Autobahn wieder frei

Bombe entschärft: "Alles nach Plan verlaufen"

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Bombe entschärft: Sprengmeister Martin Tietjen (links) mit Helfer Frank Zeitz und Hund Enni.

München - Bombenfund in Perlach: Am Donnerstag wurde an der Hochäckerstraße eine Fliegerbombe entdeckt. 1000 Menschen wurden evakuiert, die A8 war zeitweise gesperrt.

Donnerstagnachmittag, die Polizei gibt einen Rundruf heraus. Es ist Bombenalarm im Münchner Osten: An der Hochäckerstraße im Stadtteil Ramersdorf-Perlach ist eine Fliegerbombe gefunden worden. "Die Bombe lag auf einem Acker, der jetzt zu Baugrund werden soll und darum routinemäßig untersucht wurde", erklärt Polizeisprecher Christoph Reichenbach. Kurz vor 14 Uhr seien die Arbeiter auf den Blindgänger gestoßen.

Bombenfund: 1000 Münchner werden evakuiert

Bis zum Abend wurde das Gebiet um den Fundort abgeriegelt, in einem 1000-Meter-Radius. Etwa 1000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, die A8, die westlich am Fundort vorbeiführt, war knapp eineinhalb Stunden lang gesperrt. Rund 200 betroffene Münchner fanden während der Entschärfung Zuflucht in der Grundschule an der Balanstraße. 20 mobilitätseingeschränkte Einwohner wurden durch den Rettungsdienst versorgt. Acht weitere pflegebedürftige Personen wurden durch private Pflegedienste entsprechend versorgt.

Die Autobahn wurde als letztes gesperrt, "so spät wie nur möglich", sagte Reichenbach. Ab 18.20 Uhr war die A 8 dicht, von Neubiberg bis zum Autobahnende in Ramersdorf. Reichenbach: "Wir wollten einen Mega-Stau so gut es geht vermeiden." Seit 20 Uhr fließt der Verkehr laut Polizei wieder.

Bilder: Bombenfund im Münchner Osten

Bilder: Bombenfund im Münchner Osten

Um 19 Uhr sollte die Entschärfung eigentlich starten, der Beginn verzögerte sich allerdings, die Experten waren aber noch nicht soweit, hieß es. Um 19.45 Uhr vermeldete die Polizei schließlich: Die Bombe ist entschärft. Und: "Es ist alles nach Plan verlaufen." Die Bewohner konnten am Abend wieder in ihre Häuser zurückkehren.

Laut Polizei handelt es sich bei dem Fundstück um eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, "fünf Zentner oder 500 lbs, es ist ein amerikanisches Fabrikat", erklärt Reichenbach.

Erinnerungen an die Schwabinger Bombe

Wann immer in jüngster Zeit in der Landeshauptstadt eine Bombe gefunden wird, denken die Münchner automatisch an die Fliegerbombe, die im August 2012 mitten in Schwabing gesprengt werden musste.

Dass der Fund ein ähnliches Ausmaß erreichen könnte, war aber bereits im Vorfeld ausgeschlossen worden. "Wir gehen davon aus, dass alles problemlos über die Bühne geht", hatte Reichenbach am Nachmittag gesagt. Was sich auch bewahrheitet hat.

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