Sie stammen aus Weilheim

Daten-Skandal: Tausende Röntgenbilder am Straßenrand

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Links: Ein Foto vom Marieluise-Fleißer-Bogen in Neuperlach, wo die Bilder gefunden wurden. Rechts: die Aufnahme eines Kniegelenks (Symbolfoto).

München - Ist auch Ihr Kniegelenk dabei? Oder Ihr Schädel? Ein Unternehmer hat am Straßenrand in Neuperlach Tausende Röntgenbilder gefunden. Sie tragen Name und Geburtsdatum! Jetzt gibt es mehr Details zu dem Fall. 

Und das soll "Entsorgung" sein? Ein Unbekannter hat in Neuperlach am Marieluise-Fleißer-Bogen mehrere volle Säcke mit Röntgenbildern deponiert. Ein Unternehmer (68) hat sie dort gefunden. Zuerst berichtete die Bild.

Es sind nicht nur harmlose Brüche zu sehen, auch von einem Krebs-Tumor ist die Rede. Und alle Bilder sind beschriftet mit Name und Geburtsdatum der Patienten!

Die Aufnahmen stammen aus der Weilheimer Klinik, wurden dort am Freitag von einer Entsorgungsfirma abgeholt. "Die Röntgenbilder wurden der Versorgungsfirma übergeben, um sie fachgerecht zu vernichten", berichtet eine Sprecherin gegenüber der Zeitung. "Bei den Unterlagen handelt es sich ausnahmslos um Material, für das keine Aufbewahrungspflicht mehr besteht. Die Entsorgungsfirma war bisher immer zuverlässig."

Mittlerweile gibt es auch Informationen der Münchner Polizei zu dem fall: Demnach hat ein 19-Jähriger Münchner am 11. Februar in den frühen Morgenstunden die alten Röntgenbilder aus dem Krankenhaus im Landkreis Weilheim-Schongau nach München transportiert. Statt sie zum professionellen Entsorger zu bringen, legte er sie in Müllsäcke verpackt nahe seinem Wohnort in Neuperlach auf einem Parkplatz ab. Um 10.30 Uhr entdeckten Zeugen die Müllsäcke und alarmierten die Polizei. Beamte der Polizeiinspektion 24 (Perlach) stellten die Röntgenbilder sicher.

Wegen einer Radioberichterstattung am nächsten Tag erfuhr der 19-Jährige von dem Vorfall und ging daraufhin zur PI 24. Er gab an, dass er die Müllsäcke dort nur zwischenlagern wollte. Er wurde wegen eines Betruges angezeigt und zu einer Vernehmung vorgeladen. Die Münchner Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen wegen Betrug und datenschutzrechtlicher Verstöße. 

lin/mm

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