Razzia in Augsburg: Terrorverdacht gegen drei Männer

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Nach dem Wirbel um den „faschistischen Schutzwall“

Diese Mauer ist umsonst - Flüchtlingsheim steht noch immer leer

Was wurde über sie diskutiert und geschimpft, als die Neuperlacher Mauer vor einem Jahr an der neuen Asylbewerberunterkunft errichtet wurde. Heute steht sie vollkommen sinnlos da.

Sie wurde beschmiert, es wurde protestiert – und die Gegner bezeichneten sie gerne als „faschistischen Schutzwall.“ Ja, der Ärger um die Neuperlacher Vier-Meter-Mauer an der Nailastraße vor genau einem Jahr war riesig. Und jetzt? Jetzt zeigt sich, dass die Unterkunftsanlage samt der berühmten Lärmschutzmauer völlig umsonst war. Der Grund: Es fehlen nach wie vor die Bewohner. Das Ding steht völlig leer!

Mittlerweile ist die vier Meter hohe Schutzmauer schön zugewachsen – aber noch immer völlig unnütz.

Und das wird sich auch vorerst nicht ändern: Denn in München gibt es derzeit nicht genügend unbegleitete minderjährige Asylbewerber, die hier einziehen könnten. Für sie war der Bau vorgesehen. Aus diesem Grund ist der geplante Träger für die Anlage Anfang des Monats wieder abgesprungen. Das wirtschaftliche Risiko war ihm zu hoch, so das Sozialreferat. Mit nur wenigen Jugendlichen war der Betrieb unrentabel geworden. Der Zustrom von unbegleiteten Minderjährigen sei innerhalb der letzten drei Monate deutlich rückläufig gewesen, so Hedwig Thomalla, Pressesprecherin des Sozialreferats. Auf die Ausschreibung hatte sich sowieso nur ein einziger Träger gemeldet. Seit Juni wurde mit ihm verhandelt.

Ihr Bau vor einem Jahr (li.) sorgte für Schlagzeilen weltweit. Anwohner hatten den Schutzwall gefordert, weil sie Angst vor zu viel Lärm hatten

Anfangs hatte es immer geheißen, in der Nailastraße würden 160 junge Flüchtlinge unterkommen, zuletzt war es nur noch um halb so viele gegangen. Zur Erinnerung: Weil viele Anwohner Angst vor zuviel Lärm hatten, wurde die Schutzmauer hochgezogen. Kosten allein dafür: gut 200.000 Euro! Zudem muss der Wall und das Gelände bewacht werden. Macht nochmal 1600 Euro jeden Monat. Später war übrigens die Betriebsgenehmigung in ein Wohnheim für Flüchtlingskinder umgewandelt worden. Half auch nichts.

Die gesamte Flüchtlingsunterkunft steht leer.

Der Helferkreis für die Unterkunft ist verärgert. „Es ist ein Trauerspiel, was da in Sachen Nailastraße abläuft“, schimpft Sprecher Walter Meyer. Alternativen wie die Verlegung des Flüchtlingsfrauenhauses von Ramersdorf nach Perlach seien kürzlich erst abgewiesen worden. Die Stadt müsse sich überlegen, wie man das Areal nun nutzen könne. Nur: Wohnungen für Studenten oder Wohnungslose sind rechtlich nicht möglich. Die Nailastraße gehört zum Gewerbegebiet. Für Flüchtlingsunterkünfte gibt es eine Ausnahmeregelung des Gesetzgebers. Was also tun? Man weiß es nicht. Und so schützt die Mauer weiter – vor jeder Menge Ruhe.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Perlach – mein Viertel“.

Carmen Ick-Dietl

Rubriklistenbild: © Achim Schmidt

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