“Ein kaltblütiger Anschlag“

Frau versuchte, Mann mit Kartoffelsalat zu vergiften - Jetzt steht das Urteil fest

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Frostschutzmittel im Kartoffelsalat: Eine 74-Jährige muss jetzt wegen versuchten Mordes für zehneinhalb Jahre ins Gefängnis. 

Eine 74-Jährige soll in Neuperlach versucht haben, ihren Ehemann zu vergiften. Der heute 82-Jährige überlebte knapp. Jetzt wurde das Urteil gefällt.

Update vom 23. Mai 2019: Im Prozess um einen vergifteten Kartoffelsalat ist eine Frau zu zehneinhalb Jahren Haft wegen versuchten Mordes an ihrem Ehemann verurteilt worden. Das Landgericht München I verurteilte die 74-Jährige am Donnerstag zudem wegen gefährlicher Körperverletzung. 

Die Staatsanwaltschaft hatte der Frau vorgeworfen, ihrem Ehemann Kartoffelsalat serviert zu haben, in den sie Frostschutzmittel gemischt hatte. Nach Ansicht der Ermittler wollte sie an das Erbe ihres Mannes. Der heute 82-Jährige überlebte die Tat. Die Anklagebehörde hatte zwölf Jahre Haft gefordert.

Frau versuchte, Mann mit Kartoffelsalat zu vergiften - auch Ex-Partner musste wohl einiges mitmachen

Update vom 28. März 2019: Die Anklage lautet versuchter Mord: Im Mai 2018 soll Brigitte L. (74) ihrem Ehemann Hans (82) Frostschutzmittel ins Abendessen gemischt haben. Den mutmaßlichen Anschlag überlebte der Pensionär knapp und sagte vor Gericht: „Sie wollte mich vergiften.“ 

Im Prozess kamen am Donnerstag weitere Vorwürfe gegen Brigitte L. auf. Vier Mal war sie bereits verheiratet, am Landgericht sagte ihr früherer Ehemann aus. Er beschuldigte die Angeklagte, ihn selbst und einen Freund mit K.o.-Tropfen bewusstlos gemacht zu haben. Das habe sie ihm auch nach dem Vorfall gestanden. 

Beim Essen mit seiner Frau und einem Freund seien er und der Gast schläfrig geworden und in Ohnmacht gefallen, schilderte der Zeuge. Während der Bewusstlosigkeit der beiden sei Brigitte L. ins Lokal des Freundes gefahren und habe es nach Geld durchsucht. Mit dem früheren Ehemann war sie in den 70ern und 80ern verheiratet. Hans L. hatte die Angeklagte dann im April 2013 geheiratet. Laut Staatsanwaltschaft wollte Brigitte L. ihn ermorden, um einer bevorstehenden Trennung und Scheidung zuvorzukommen und das Erbe an sich zu bringen. Zu den Vorwürfen schweigt sie bislang.

In Hamburg kam es zu einem Mordversuch, als ein Mann ein Pärchen mit einer Waffe bedroht hatte und dann abdrückte. Das berichtet nordbuzz.de.

Frau versuchte Mann mit Kartoffelsalat zu vergiften - Opfer spricht über die Ehehölle

Update vom 26. März 2019: Sie soll versucht haben, ihren Ehemann mit einem vergifteten Kartoffelsalat zu töten: Beim Auftakt zum Prozess gegen eine 74-Jährige vor dem Landgericht München I hat die Angeklagte am Dienstag die Aussage verweigert. Ihr Verteidiger erklärte zudem, mehrere Beweise gegen seine Mandantin seien rechtswidrig erhoben worden.

Laut Anklage hatte die Frau ihrem heute 82 Jahre alten Ehemann an einem Abend im Mai 2018 Frostschutzmittel in seinen Kartoffelsalat mit Würstchen gemischt, um ihn zu töten. Daraufhin habe sich das Opfer mehrmals erbrochen. Der Mann kam ins Krankenhaus und überlebte.

Frau versuchte Ehemann zu vergiften: 82-Jährige als Zeuge vor Gericht

Nach der Erinnerung ihres Ehemanns, der als Zeuge auftrat, handelte es sich bei dem vergifteten Essen nicht um Salat, sondern um Maultaschen oder Tortellini mit Pesto. Der 82-Jährige schilderte, dass sich die 2013 geschlossene Ehe schon seit längerem in der Krise befunden habe. Seine Frau beschrieb er als außerordentlich dominant. Sie sei im Gegensatz zu ihm allerdings mittellos und daher von ihm finanziell abhängig gewesen.

Bevor er im März 2018 zu einer Skireise aufbrach, habe sie zu ihm gesagt: „Hoffentlich fährst du dich im Urlaub tot.“ Für eine Scheidung habe die 74-Jährige eine hohe Abfindung gefordert. Nach Ansicht der Ermittler wollte sie an das Erbe des Mannes und eine Witwenrente beziehen.

Bereits rund ein Jahr vor der Tat suchte sie demnach im Internet nach möglichen Tötungsarten und legte sogar eine Liste mit verschiedenen Giften an. Schließlich habe sie eine Flasche mit dem Frostschutzmittel Ethylenglykol bestellt. Als ihr Mann sich in der Wohnung erbrach, habe sie nicht geholfen. Eine Freundin, die er anrief, alarmierte schließlich die Rettungskräfte.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 1944 geborenen Frau zudem Betrug, Missbrauch von Titeln und Urkundenfälschung vor. Sie soll den Titel „Diplom-Finanzwirtin“ verwendet haben, ohne dazu berechtigt gewesen zu sein. Für das Verfahren sind zunächst sechs Verhandlungstage bis in den April angesetzt.

Frau versuchte Mann umzubringen: „Ein kaltblütig geplanter Giftanschlag“ - Das war ihr Motiv

Neuperlach - Der Fall ist auch für die Ermittler nicht alltäglich: In Neuperlach soll eine 73-Jährige versucht haben, ihren 81-jährigen Ehemann mit Frostschutzmittel zu ermorden. „Es war ein kaltblütig geplanter Giftanschlag“, sagte Staatsanwalt Laurent Lafleur am Donnerstag. Das Motiv war offenbar Geld. Zwar heiratete das Paar erst vor fünf Jahren, doch die Ehe soll bereits seit zwei Jahren zerrüttet gewesen sein. Die Scheidung stand im Raum.

Der mutmaßliche Giftanschlag geschah bereits am 7. Mai. Nach Informationen unserer Zeitung soll Marianne G. ihrem acht Jahre älteren Mann Günter G. (beide Namen geändert) Glykol – also Frostschutzmittel – verabreicht haben. Die Polizei spricht von einer „chemischen Substanz“. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollen sie nicht bestätigen, um welches Gift es sich handelte.

Wie sie ihm die Substanz verabreichte, ist nach aktuellem Stand der Ermittlungen nicht bekannt. Vermutlich platzierte die 73-Jährige das Gift in einem Nahrungsmittel, das Günter G. aß oder trank. Dem 81-Jährigen wurde so schlecht und schwindelig, dass er eine gute Bekannte verständigte. Diese rief einen Rettungswagen.

Im Internet soll die 73-Jährige recherchiert haben 

Auch die Ehefrau war offenbar zu Hause, unternahm jedoch nichts, um ihrem Mann zu helfen. Eine Woche blieb der ehemalige Siemens-Ingenieur im Krankenhaus. Zunächst schöpfte niemand Verdacht, die Diagnose war unklar. Ein Hinweis aus dem engsten Umfeld des Paares am 1. Juni brachte die Ermittlungen dann ins Rollen. Die Mordkommission durchsuchte die Wohnung. Die 73-jährige gelernte Diplom-Finanzwirtin wurde vorläufig festgenommen. Die Wohnung wurde durchsucht und der Computer ausgewertet. Konkrete Spuren der Substanz wurden aber nicht gefunden. Da Marianne G. die Vorwürfe bestritt und die Beweismittel erst ausgewertet werden mussten, wurde sie am 2. Juni zunächst wieder entlassen. Da Günter G. bereits kurz nach seinem Klinik-Aufenthalt alleine in den Urlaub – offenbar nach Frankreich – gefahren war, war er zu dem Zeitpunkt in Sicherheit.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen erhärtete sich jedoch der Verdacht gegen die 73-Jährige. Im Internet soll die gebürtige Berlinerin über Gifte recherchiert haben. Der Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Am Dienstag wurde Marianne G. erneut festgenommen. Wegen der Schwere der Tat und möglicher Fluchtgefahr sitzt sie in Untersuchungshaft. Sie schweigt bisher zu den Vorwürfen.

Tat wohl schon seit Langem geplant

Der Erste Kriminalhauptkommissar Robert Bastian von der Mordkommission geht davon aus, dass die Tat schon seit Langem geplant und vorbereitet gewesen war. Am Abend des 7. Mai verabreichte Marianne G. ihrem Mann dann das Gift. Hinweise darauf, dass die Frau ihm bereits vorher Gift gegeben haben könnte, gibt es derzeit nicht. Zumindest sind keine ungeklärten Krankenhausaufenthalte des Mannes bekannt. Marianne G. war bis dahin polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass die 73-Jährige den Tod ihres Mannes herbeiführen wollte. Staatsanwalt Laurent Lafleur sieht zwei Mordmerkmale erfüllt. Zum einen Heimtücke, da der Ehemann mit keinem Angriff gerechnet hatte. „Er kümmerte sich nicht um Schutzmaßnahmen“, so der Staatsanwalt. Zum anderen Habgier. Denn das Motiv soll Geld gewesen sein.

Laut Lafleur gab es bereits seit Längerem Streitereien zwischen den Eheleuten. Beide hatten sich bereits Anwälte gesucht. Marianne G. ging offenbar davon aus, dass sie im Falle einer Scheidung finanziell schlechter wegkommen würde, da er besser gestellt ist als sie. Das Paar lebte zwar noch zusammen in einer Eigentumswohnung am Gustav-Heinemann-Ring, ging sich aber zuletzt aus dem Weg. Sie hatten sich über eine Plattform im Internet kennengelernt.

Auch in Österreich kam es zu einer schrecklichen Tat: In Kitzbühel gab es einen Fünffachmord.

Die wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Perlach – mein Viertel“.

mm/tz

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