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München wirklich Vorreiter-Stadt?

Hilfe, ich kann mein Elektro-Auto nicht aufladen!

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Michael. M (Bild) und seine Freundin wollen ihr Elektro-Auto in ihrer zukünftigen Tiefgarage laden, doch daraus wird vorerst nichts. 

Ein Münchner will ein Elektro-Auto in der Tiefgarage seiner zukünftigen Wohnung laden, doch die Leistung reicht nicht aus. Und das in der „Vorreiter-Stadt“ der Elektromobilität. 

München - Eigentlich will München bei der Elektromobilität Vorreiter sein, eigentlich: Doch es hapert an der Umsetzung. Zwar will die Stadt Elektro-Autos mit 22 Millionen Euro fördern, wie es letztes Jahr aus dem Rathaus hieß - Bürgermeister Josef Schmid (CSU) sprach von „Aufbruchsstimmung“. Dennoch gibt es einen Haken. Nicht jeder in der Stadt, der ein Elektro-Auto nutzen will, kann das. 

Nicht, weil die 22 Millionen Euro nur in den gewerblichen Autoverkehr fließen sollen, wie die Umweltreferentin der Stadt Stephanie Jacobs sagte. Sondern ganz einfach, weil nicht jeder sein Elektrofahrzeug in München laden kann. So wie Michael M. und seine Freundin. M. meint, dass die Münchner Infrastruktur für die immer weiter steigende Anzahl an Elektrofahrzeugen zum heutigen Zeitpunkt nicht gewappnet sei und das, obwohl die Stadt im Feinstaub der Dieselautos ersticke.

Zu wenig Leistung für ein Elektro-Auto

Michael M. (29) und seine Freundin haben sich eine Wohnung in Perlach gekauft. Ein neues Wohngebiet entsteht an der Hochäckerstraße, der Rohbau steht, es soll ein zukunftsweisendes Viertel werden, mit Grün-und Freiflächen, wie der Bauherr, Creareal, ein Unternehmen aus Hamburg, wirbt. Der Plan von Michael M. und seiner Partnerin ist es, in der Tiefgarage des Komplexes ihr Elektro-Auto zu laden. Eigentlich. Das klappt nicht. Dem Haus steht laut Planung zu wenig Anschlussleistung zur Verfügung, habe das Paar vom Bauherrn mitgeteilt bekommen. Heißt: Die zur Verfügung gestellte Leistung reicht für das Haus nicht aus, um eine spezielle Ladestation in der Tiefgarage zu betreiben. 

Das neue Baugebiet in München-Perlach soll zukunftsweisend werden - die Elektromobilität muss dort noch warten. 

Für die Energieversorgung und die Infrastruktur sind die Stadtwerke München (SWM), also eine alleinige Gesellschaft der Landeshauptstadt, zuständig. M. sagt, dass die SWM den Anspruch an Strom leisten müssten, der Bauherr müsste eine entsprechende Stromleitung, mit der Elektro-Autos geladen werden können arrangieren. Doch passiert sei das nicht. M. ist sauer und enttäuscht, ein Elektro-Auto wird er in naher Zukunft zu Hause nicht laden können. 

München plant: E-Autos kostenlos parken 

Kunde muss zahlen 

Auf Anfrage unserer Onlineredaktion antworten die Stadtwerke München, dass das städtische Unternehmen durchaus „Wegbereiter der Elektromobilität“ sei. Im Fall des Baugebiets an der Hochäckerstraße in Perlach müsse aber, um eine Ladestation zu bauen - und damit Elektro-Autos zu laden - erst eine Trafostation gebaut werden. Eine „größere Herausforderung“ sehen die SWM darin, den nötigen Raum für die Trafostation im oder vor dem Gebäude zu finden. „Die Kosten einer Trafostation trägt die SWM“, sagt das Unternehmen. Aber auch: „Der Kunde zahlt über den leistungsabhängigen Baukostenzuschuss einen Anteil dazu.“

Michael M. findet das kritisch: „München rühmt sich, Vorreiter bei der Elektromobilität zu sein und dann ist Laden in einem Neubau nicht möglich.“ Der Geschäftsführer des Hamburger Bauunternehmens will sich öffentlich zu dem Fall nicht äußern. Damit bleibt offen, ob das Unternehmen nicht bereits bei der Planung eine leistungsgerechte Stromversorgung der Gebäude bei den Stadtwerken beantragen hätte sollen. 

Hält die Stadt ihr Wort?

Michael M. sagt, nachträglich für die Nachrüstung des gesamten Wohnblocks aufkommen zu müssen, sei Irrsein. Zudem sei M. nicht der einzige zukünftige Eigentümer, der ein Elektrofahrzeug besitze. Niemand könne sein Auto aufladen. Offen bleibe außerdem, ob ein vermehrter leistungsgerechter Ausbau mit Stromleitungen in München überhaupt gewollt sei und ob entsprechend mehr Strom in Ballungsgebieten überhaupt zur Verfügung gestellt werden könne. Bereits jetzt sei, Experten zufolge, Deutschland zeitweise an der Grenze der Leistungskapazitäten und eine Versorgung nur mit Mühe aufrechtzuerhalten, wie die Welt schreibt.

Für Michael M. bleibt damit zu hoffen, dass öffentliche Ladestationen in München so ausgebaut werden, wie es die Stadt versprochen hat: „Damit auch das Aufladen reibungslos funktioniert, sollen in den kommenden zwei Jahren in ganz München 100 Ladestationen mit 200 Anschlüssen zur Verfügung stehen“, teilte die Stadt vor einem Jahr mit. 

Auch spannend: Wie sicher sind Elektrofahrzeuge überhaput?

ch

 

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