Am Feierabend: Erst Arzteinsatz, dann Stau bei der S-Bahn 

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Polizei ermittelt

Feuerlöscher-Wurf auf S-Bahn: So geht es dem Lokführer

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Ein Unbekannter warf den fünf Kilo schweren Feuerlöscher am Sonntag um 23.45 Uhr von dieser Fußgängerbrücke am Fasangarten (großes Foto oben) – genau in dem Moment, als die S7 kam.

Aus der Dunkelheit haben bislang unbekannte Täter einen fünf Kilo schweren Feuerlöscher von einer Fußgängerbrücke im Fasangarten in die Frontscheibe der S7 geworfen. So geht‘s dem Lokführer.

Den ohrenbetäubenden Knall in der Dunkelheit wird der Lokführer (22) sein Lebtag nicht mehr vergessen – verbunden mit dem grauenhaften Gefühl, womöglich gerade einen Menschen totgefahren zu haben: Ein bislang unbekannter Täter hat am Sonntag um 23.40 Uhr von der Fußgängerbrücke in der Frankenwaldstraße (Fasangarten) einen fünf Kilo schweren Feuerlöscher in die Frontscheibe der fahrenden S7 nach Wolfratshausen geworfen. Das Sicherheitsglas sprang zwar, hielt dem Geschoss aber stand.

Der S-Bahn-Fahrer (22) erlitt einen Schock und ist zur Zeit krankgeschrieben. „Er war davon ausgegangen, einen Menschen erfasst und getötet zu haben. Wir sind froh, dass unser Mitarbeiter zumindest körperlich unverletzt geblieben ist“, sagte Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp gestern. „Nicht auszudenken, wenn der Feuerlöscher durchgeschlagen wäre.“

Nun jagt die Polizei den Täter. Wird er identifiziert, kann er sich auf was gefasst machen: Die Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr. Dabei handelt es sich in diesem Fall um ein Verbrechen, das mit mindestens einem Jahr Haft bestraft wird. In mittelschweren Fällen sind drei bis fünf Jahre Haft drin – ohne Bewährung. Zeitweise hatten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag sogar erwogen, den Wurf der Mordkommission zur weiteren Ermittlung zu übergeben.

S-Bahn fuhr mit Tempo 80 stadteinwärts

Die Frontscheibe der S-Bahn wurde glücklicherweise nicht durchbrochen.

Auf dem Teilstück zwischen den S-Bahnhöfen Perlach und Giesing fuhr die S7 am Sonntag mit Tempo 80 stadteinwärts. Die runden Risse an der Einschlagstelle offenbaren, dass der Feuerlöscher vermutlich mit dem hinteren Ende auf die rechte Seite der Frontscheibe traf – genau auf Kopfhöhe neben dem Lokführer, der in der Mitte des Führerstandes sitzt. Der 22-Jährige leitete sofort eine Notbremsung ein und stieg, aufs Schlimmste gefasst, aus. In der Dunkelheit sah er zunächst nichts. Erst später wurde bei der Absuche der Strecke der zerbeulte Feuerlöscher gefunden. Er wird nun auf Fingerabdrücke und DNA untersucht. Die rund 30 Fahrgäste im Zug blieben unverletzt. Die Strecke blieb bis ein Uhr morgens gesperrt. Die Polizei bittet um Hinweise.

Rein statistisch gesehen überfährt jeder Lokführer im Laufe seiner Dienstzeit zwei Menschen. Vorfälle, bei denen Menschen getötet werden, hinterlassen bei Lokführern oft schwere Traumata. Die Bahn bietet ihren Mitarbeitern psychiatrische Unterstützung an.

Zeugenaufruf

Die Polizei hofft auf die Mithilfe von Zeugen. Wer Hinweise zur Tat geben kann, wird gebeten sich mit dem Polizeipräsidium München (Tel.: 089/2910-0) oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Ramersdorf – mein Viertel“.

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