Abriss wird verschoben

Galgenfrist fürs Kulturhaus Neuperlach

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Wird erst im April 2018 geräumt: das Neuperlacher Kulturhaus am Hanns-Seidel-Platz.

Der Abriss am Hanns-Seidel-Platz wird verschoben. Bezirksausschuss und betroffene Vereine sind erleichtert.

München - Der Bezirksausschuss (BA) Ramersdorf-Perlach wird erst mal nicht obdachlos. Denn das Neuperlacher Kulturhaus bleibt nun doch noch etwas länger auf dem Hanns-Seidel-Platz stehen, als zunächst geplant. „Im Kommunalreferat hat man noch mal scharf nachgedacht und den Räumungstermin bis April 2018 verschoben“, erklärte BA-Chef Thomas Kauer (CSU) auf der jüngsten Sitzung. Ursprünglich sollte das Kulturhaus am Hanns-Seidel-Platz Ende November geräumt und zum Jahresende abgerissen werden. Weil das Ersatz-Domizil an der Albert-Schweitzer-Straße 62 aber erst im nächsten Frühjahr bezugsfertig werden soll, wären der „KulturBunt“-Verein sowie der Bezirksausschuss mit seinen 45 Mitgliedern auf der Straße gestanden.

Nun gibt es ein paar Monate Galgenfrist, mit denen es allerdings auch wieder knapp werden könnte. Denn Kauer hat vom Eigentümer des Gebäudes an der Albert-Schweitzer-Straße erfahren, dass man dort mit dem notwendigen Umbau noch kein Stück weiter sei. Irgendwie komme die Stadt offenbar nicht in die Gänge, weil der Stadtrat wohl erst den anfallenden Kosten zustimmen müsse, so Kauer. „Ich werde daher die Stadtspitze um Weisung ans Kommunalreferat bitten.“

Thomas Kauer bedankte sich ausdrücklich für die „überwältigende Solidarität“ aus dem Stadtbezirk. Nach den Presseberichten über die drohende Obdachlosigkeit des Bezirksausschusses hätten sich viele Einrichtungen als Ersatz angeboten. „Ich habe keine Sorge, dass wir da nicht unterkommen könnten.“ Man müsse jedoch auch an die zahlreichen anderen Vereine und Gruppen denken, die regelmäßig das Neuperlacher Kulturbürgerhaus nutzen.

Ein weiteres Thema ist der Wochenmarkt am Hanns-Seidel-Platz, der ebenfalls im April 2018 weichen muss. Verschiedene Ausweichstandorte für die Verkaufsstände wurden bereits geprüft – und wieder verworfen. Wie zum Beispiel hinter dem Pep-Einkaufszentrum, wo am Ende die Feuerwehrzufahrten dagegen sprachen. Die geeignetste Lösung scheint derzeit der Theodor-Heuss-Platz zu sein, das Gelände gehört aber nur zu einem kleinen Teil der Stadt. Um die dortige Schulzufahrt und den Spielplatz nicht einzuschränken, sollen die Stände reduziert werden. Noch sei sowieso nicht klar, ob alle Beschicker mitziehen würden, so Kauer. Eventuell werde man auf die fliegenden Klamottenhändler verzichten.

Carmen Ick-Dietl

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