Zwei Bauprojekte in der Warteschleife

Jetzt wird's Zeit fürs neue Neuperlacher Zentrum

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So soll Perlachs neue Mitte aussehen: Für das Bürgerzentrum sucht die Stadt noch einen Investor.

München - Seit 1966 gibt es Ideen, ein Stadtteilzentrum auf dem Hanns-Seidel-Platz in Neuperlach zu errichten. Passiert ist das bis heute nicht! Im neuen Jahr nun soll es eine Entscheidung geben. Allerdings gibt es schon wieder das nächste Problem.

Eine unendliche Geschichte! Ingo Mittermaier ist ganz in der Nähe des Hanns-Seidel-Platzes aufgewachsen. 1967 ist er geboren. Und damit fast so alt wie die Pläne für das Stadtteilzentrum. „Es wäre schon wünschenswert, dass das schneller ginge“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion.

Der erste Stadtratsbeschluss datiert aus dem Jahr 1966. Ideen für ein Stadtteilzentrum sollten ausgearbeitet werden. Es gab sogar einen Wettbewerb mit Siegerentwurf. Der war 1968 abgeschlossen, die Pläne verschwanden aber in der Schublade. Möglicherweise hatte die Stadt mit den anstehenden Olympischen Spielen andere Prioritäten.

Dabei war nie der Ort das Problem: „Das Zentrum sollte immer am Hanns-Seidel-Platz entstehen“, sagt der Vorsitzende des Perlacher Bezirksausschusses, Thomas Kauer. Das Gelände liegt an der U-Bahnhaltestelle Neuperlach Zentrum und im Süden des Busbahnhofes.

Der Stadtrat hat immer mal wieder Beschlüsse gefasst, einen Bebauungsplan aufzustellen. Nach den Olympischen Spielen war aber Ebbe im Stadt-Säckel. Der Bau wurde zurückgestellt. Und: Immer wieder wechselten die Besitzer des Geländes. „Es ist bestimmt mehr als fünfmal verkauft worden“, sagt Mittermaier. Unter anderem gehörte das Areal der Deutschen Post und der Deutschen Bank. Und viele private Eigentümer mischten auch mit. „Da waren irgendwie alle schon mal beteiligt“, sagt BA-Chef Kauer.

Um die Jahrtausendwende dann ein Hoffnungsschimmer: Das Perlacher Einkaufszentrum PEP wollte auf dem Platz erweitern und hätte den Bewohnern auch ein Kulturzentrum spendiert. Allerdings spielte da die Stadt nicht mit. „Es hieß damals, man könne sich so ein Objekt nicht schenken lassen“, erzählt Kauer. Also wieder in die Schublade mit den Plänen!

2001 hat die Stadt ein provisorisches Bürgerhaus errichten lassen. Das steht heute noch. Außerdem wird das Areal als Parkplatz genutzt, und in regelmäßigen Abständen gibt es Märkte.

2009 rief der Stadtrat erneut einen Ideenwettbewerb aus! 2010 war der abgeschlossen. Auf dem Hanns-Seidel-Platz sollen 400 Wohnungen entstehen, Geschäfte und Büros, ein Aufenthaltsplatz – und ein von den Perlachern gewünschtes Bürgerzentrum für Kultur. Dazu gab es wiederum 2013 einen Realisierungswettbewerb.

Und um diese Pläne geht es nun. Im Frühjahr will die Stadt sie billigen, theoretisch könnte es dann bald schon losgehen – zumindest mit dem Platz. Die Zukunft des Bürgerzentrums indes ist weiterhin ungewiss. Denn: Die Stadt hat noch keinen Investor. „Man hat 2013 einen Wettbewerb gemacht, ohne zu wissen, wer das Bürgerzentrum errichten soll“, sagt Kauer.

Zunächst hieß es, das städtische Baureferat soll es tun. Doch das fühlt sich für kulturelle Zentren nicht berufen. Dann kam die Gewofag ins Spiel. Aber der städtische Wohnungsbauer errichtet vornehmlich Wohnungen. Das steht sogar in der Satzung. Also wieder nix mit dem Neubau?

Derzeit tüftelt die Verwaltung an einer Ausschreibung. Die muss so detailliert gefasst sein, dass ein Investor das Gebäude genau so errichtet, wie es der Realisierungswettbewerb vorsieht.

Angeblich gibt es schon zahlreiche interessierte Investoren für den Bau des neuen Kulturzentrums. Mit dem Bau könnte frühestens im Winter 2020 begonnen werden. Falls bis dahin nicht wieder irgendwas ist.

Isarvorstadt: Volkstheater und Wohnungen

Das Volkstheater muss spätestens 2020 die Maxvorstadt verlassen. Es soll auf das Viehhofgelände umziehen. Am kommenden Donnerstag wird sich der Kulturausschuss abermals mit den Neubau-Plänen beschäftigen. Wichtig dabei ist den Ratsherren, dass bei der nun anstehenden Umwandlung des Geländes (Wohnen, Gewerbe und Theater) die bisherige Nutzung in die Zukunftsszenarien mit einbezogen wird. Zuletzt hatte es Diskussionen um das Projekt gegeben. Unter anderem seitens der Bürger, die einen Theater-Neubau als störend empfinden. Dieser wird deutlich größer als das bestehende Domizil an der Brienner Straße. Ein Saal mit 600, ein weiterer mit 200 Plätzen sind geplant. Foto: Kruse

Sascha Karowski

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