Am Innsbrucker Ring

Kuriose U-Bahn-Panne: Wenn die U-Bahn rückwärts fährt

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Am U-Bahnhof Innsbrucker Ring entführte eine U-Bahn die Fahrgäste unversehens in die verkehrte Richtung.

München - Verwunderung bei den Fahrgästen der U7 am Dienstagmorgen: Nach einer technischen Panne werden sie statt Richtung Innenstadt plötzlich stadtauswärts transportiert.

Ein liegengebliebener Zug der U7 hat gestern Morgen zahlreichen Fahrgästen eine Irrfahrt beschert. Der Zug ließ sich am Bahnhof Innsbrucker Ring gegen 9 Uhr wegen eines Defekts nicht mehr in Bewegung setzen, wie MVG-Sprecher Matthias Korte berichtet.

Glücklicherweise stand der Zug so, dass alle Fahrgäste aussteigen konnten. Ein anderer Zug, dessen Fahrgäste ebenfalls aussteigen mussten, schleppte das havarierte Fahrzeug langsam zur Betriebsanlage Neuperlach Süd. Das dauerte jedoch einige Zeit, und so lange war das Gleis an diesem wichtigen Bahnhof, wo die Linien U2, U5 und U7 zusammentreffen, blockiert. Bis gegen 10 Uhr habe es Verspätungen von durchschnittlich 20 Minuten gegeben, so Korte. „Zeitweise“ sei auch ein Pendelzug zwischen Innsbrucker Ring und Neuperlach Süd eingesetzt worden, so der MVG-Sprecher.

Genau das erwies sich für eine Münchnerin als Falle: Die Angestellte steigt auf dem Weg zur Arbeit regelmäßig am Innsbrucker Ring von der U2 in die U5 um, weil sie so etwas schneller im Zentrum ankommt – ein Trick, den viele Fahrgäste nutzen. Ein Zug der U5 stand am gewohnten Gleis Richtung Innenstadt, die Anzeige über dem Bahnsteig nannte den Laimer Platz als Ziel. Doch kaum waren die Fahrgäste, die von der U2 herüberkamen, eingestiegen, sagte die Frau im Führerstand durch, dass die Fahrt in die entgegengesetzte Richtung geht: nach Neuperlach Süd. Im selben Moment schlossen sich die Türen.

„An der nächsten Station, Michaelibad, sammelten sich verwirrte Fahrgäste, darunter viele Oktoberfest-Bedienungen, -Kellner und -Gäste“, berichtet die Münchnerin. „Auf dem Gleis, auf dem normalerweise U-Bahnen stadteinwärts fahren, fuhr Zug um Zug stadtauswärts – ohne Ansage. Die Durchsagen wiesen nur allgemein auf den kaputten Zug und die Verspätungen hin.“ Die Disponenten hätten „jede Menge Durchsagen gemacht“, soweit ihnen dazu Zeit blieb, versichert Korte. Er bedauert, dass offensichtlich nicht alle Fahrgäste ausreichend informiert worden seien.

Die Münchnerin ging schließlich den knappen Kilometer zurück zum U-Bahnhof Innsbrucker Ring zu Fuß, erwischte eine überfüllte U5, die tatsächlich Richtung Innenstadt fuhr – und traf dort jene Menschen wieder, die auf dem Bahnsteig gewartet hatten. Zu spät zur Arbeit kam sie trotzdem: Statt der üblichen 30 Minuten brauchte sie fast eineinhalb Stunden.

Münchens schönste U-Bahnhöfe

U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Unter Münchens Erde liegen zahlreiche Schmuckstücke. Sehen Sie hier die schönsten U-Bahnhöfe der Stadt. © Bodmer
Der brandneue U-Bahnhof Münchner Freiheit strahlt nach der 20-monatigen Umbauphase in neuen Farben (U 6). © Schlaf
Ein faszinierend helles Stück „Münchner Freiheit“: Der Münchner "Lichtpapst" Ingo Maurer hat der U-Bahnstation mit seiner Farb- und Lichtgestaltung und den Deckenspiegeln Leben eingehaucht. © Schlaf
Transparenz, Offenheit, Freundlichkeit – das ist der neue U-Bahnhof Münchner Freiheit. © Schlaf
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Farbenfroh, freundlich und großzügig: Der Georg-Brauchle-Ring (U 1). © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Die U-Bahn-Station ist nach dem ehemaligen zweiten Bürgermeister Münchens, Georg Brauchle (CSU, 1915 – 1968) benannt. © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Absoluter Hingucker sind die Wandflächen, die der renommierte Künstler Franz Ackermann gestaltet hat. © Schlaf
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Vielleicht der geheimnisvollste Ort im Münchner U-Bahnnetz: der U-Bahnhof Westfriedhof (U 1). © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Die 3,80 Meter breiten Lampenschirme und die Beleuchtung stammen von Lichtdesigner Ingo Maurer, der auch die neue Münchner Freiheit konzipiert hat. © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Spektralfarben satt und Glasschutz vor den lebenswichtigen Säulen und dunklere Farben Richtung Tunnel: der Candidplatz in Giesing (U 1). © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Es ist nur ein Detail an einer Wand der Station: ein kleiner Schmetterling, auf den Flügeln steht „R. Knoll“ und „A. Wagner“. Dies sind die Namen der beiden Gestalter der Bahnsteigwände. © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Die Säulen der Station sind übrigens lebenswichtig: Der Bahnsteig, der in einer Kurve liegt, muss den Verkehrs- und Erddruck der Oberfläche aushalten – hier kreuzt auch die Candid­brücke am Mittleren Ring. © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Eine faszinierende Mischung aus Hell und Dunkel, eine atemberaubende Architektur – und ein kühnes Konstrukt, durch das Tageslicht in den Schacht fällt: Das ist der U-Bahnhof St.-Quirin-Platz (U1). © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Wenn man die Rolltreppe nach oben fährt, ist die muschelförmige Glaskuppel zu sehen, die den Blick auf einen Park öffnet. © Bodmer
Auch ein Schmuckstück in Münchens Untergrund: Der U-Bahnhof Dülferstraße (U 2). © Bodmer
Die farbenfrohe Wandgestaltung ist von der Münchner Künstlerin Ricarda Dietz, die hohen Rundbögen und die "Orgelpfeiffen" an den Säulen erinnern an eine Kirche. © Bodmer
Auf dem Weg nach oben grüßen die bayerischen Farben. © Bodmer
Die mächtigen Schwingen der Station „Am Hart“ erinnert an einen Windkanal. © Bodmer
Mit seiner blau-weißen Farbgebung verweist die Station auch auf das, was an der Oberfläche ist: dem Forschungs- und Technologiezentrum von BMW. © Bodmer
Der U-Bahnhof "Am Hart" wurde 1993 eröffnet. Geplant wurde er von Hilmer + Sattler und ­dem U-Bahn-Referat. © Bodmer
Die U-Bahnstation "Hasenbergl" (U 2). © Bodmer
Wie ein langes Segel wirkt die Deckenverzierung auf den Betrachter – und vermittelt somit leise: „Wo soll’s hingehen?“ © dpa
Der Bahnsteig hat keine Säulen und ist relativ hoch, der graue Granitbelag wird durch dreieckige Muster aufgelockert und gleichzeitig aufgepeppt. © Bodmer
Es mag schönere, spektakulärere und interessantere Bahnhöfe geben als den in Thalkirchen – aber sagen Sie das mal Kindern! © Bodmer
Die allermeisten werden diese Station zum Lieblingsbahnhof erklären. Und dafür sorgen die Wandbilder von Ricarda Dietz, die am Wochenende aus Tausenden Kinderkehlen ausgiebig kommentiert werden („Elefant! Giraffe!“). © Bodmer
„In keinem Bahnhof sonst wird so klar und deutlich auf die Attraktion an der Oberfläche hingewiesen wie hier in Thalkirchen“, sagt Architektin Cornelia Dissing. Eben auf den Tierpark. © Bodmer
Überhaupt besticht der Ort durch seine Helligkeit und Klarheit. Keine Säulen stören Weg und Blick, nur wenige Bänke behindern die freie Kinderwagenfahrt für frohe Babys. „Es ist ein sehr freundlicher Bahnhof, auch wegen seiner harmonischen Farbgebung“, beobachtet Dissing. © Bodmer
Klarheit ist bei Zweckbauten wichtig. So wie hier: Wo der Ausgang Richtung Tierpark ist, gibt die mächtige, angenehm flache Rampe vor. „An den Rampenwänden mussten andere, unempfindlichere Platten und Materialien verwendet werden als an der Rückwand des Bahnsteiges, da er anfälliger ist. Somit haben die Tiermotive auch ein anderes Erscheinungsbild.“ Wird den Kindern ziemlich egal sein – Hauptsache, hier geht’s weiter mit den Tieren! Gleich sind wir im Zoo! © Bodmer
Die „grüne Lunge“ Münchens im Untergeschoß: Der U4-Bahnhof Böhmerwaldplatz erinnert an einen Wald. © Bodmer
Der Bahnhof wurde am 27. Oktober 1988 eröffnet und strahlt eine besondere Harmonie aus. © Bodmer
Nur ganz am Ende des Bahnsteigs, zum Nebenausgang hin und hinter der Rolltreppe, findet doch noch ein kleines Waldsterben statt: Die armen, weitgehend unbemerkten Säulen sind klein, dürr, fast weiß. Aber wer steht schon so weit hinten im Wald? © Bodmer
Das 15. Wiesn-Zelt: Die U-Bahnstation Theresienwiese U4/U5. © Bodmer
Die Station ­gibt sich ganz Münchnerisch in Gelb und Schwarz – zudem erinnert die Konstruktion an ein Oktoberfestzelt. © Bodmer
Eines von Ricarda Dietz’ Wandbildern – sie stellen typische Szenen auf der Wiesn dar. © Bodmer

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