Lokalbaukommission droht

Gartenhäusl vor dem Abriss - Münchner kämpft um alten Schuppen

Uli Walter vor seinem Gartenhäuschen
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Jahrzehnte alt und in die Landschaft eingewachsen: Sein Gartenhäuserl ist dem Perlacher Uli Walter ans Herz gewachsen. Doch die Lokalbaukommission drängt zum Abriss.

Seit Jahrzehnten steht das Gartenhäuschen in Perlach - doch jetzt soll es plötzlich weg. Die Lokalbaukommission verfolgt nämlich ein bestimmtes Ziel.

Früher hat in dem Schuppen seine Tochter gespielt. Jetzt nutzt Uli Walter ihn, um dort seine Skulpturen herzustellen und Material zu lagern. Die Rückwand hat er mit bunten Flaschen kunstvoll gestaltet, das Gartenhäuserl ist von wilden Rosen und Efeu umwuchert. „Es steckt viel Herzblut darin“, sagt er. Doch jetzt müssen der zwölf Quadratmeter große Schuppen sowie eine dreieinhalb Quadratmeter große Holzlege und eine Sichtmauer weg. Schwarzbau!

Vor rund einem Jahr hatte Walter von der Stadt München* einen Brief bekommen, dass es sich um Schwarzbauten handle. Er bemühte sich um eine nachträgliche Genehmigung - doch die bekam er nicht. Vor kurzem teilte ihm die Lokalbaukommission mit, dass er vier Monate Zeit habe, die Bauten zu entfernen. Sonst drohe ihm ein 15 000 Euro Zwangsgeld.

Lokalbaukommission will am Hachinger Bach aufräumen

Eine Entscheidung, die Walter nicht nachvollziehen kann. Die Bauten stehen schon seit Jahrzehnten in dem Garten seines Hauses in der Unterbiberger Straße in Perlach nahe des Hachinger Bachs. Das Wohnhaus ist in den 1930er-Jahren entstanden, vor rund 20 Jahren zog Walter dort ein. „Das Gartenhäusl ist über 70 Jahre alt.“

Tatsächlich sei es irrelevant, wie alt die Bauten sind, erklärt das städtische Referat für Stadtplanung und Bauordnung: „Seit geraumer Zeit versucht die Lokalbaukommission entlang des Hachinger Bachs ordnungsgemäße Bauzustände herbeizuführen. Die Lokalbaukommission führt daher mehrere bauaufsichtliche Verfahren gegen die dortigen Schwarzbauten durch, um der Versiegelung der Freifläche entgegenzuwirken.“ Das Grundstück sei im Landschaftsschutz- und Überschwemmungsgebiet. Die Anlagen seien „nicht genehmigungsfähig und genießen daher keinen Bestands- oder Vertrauensschutz.“. Verjährung gebe es nicht. So schnell möchte Uli Walter seinen Schuppen und die Mauer nicht aufgeben: „Ich werde Klage einreichen“, kündigt er an. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA

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