Aufgewachsen im Obdachlosenheim

Familie lebte drei Jahre lang auf 12 Quadratmetern

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Der Schlüssel zum Glück: Maklerin Sabine Feldmann (re.) vermittelte der alleinerziehenden Mutter und ihre beiden Kinder Stefania und Pascal die neue Wohnung. Fast drei Jahre lang hatte die Familie auf zwölf Quadratmetern gewohnt.

München - Kaum Platz, keine Privatsphäre: Eine dreiköpfige Münchner Familie lebte fast drei Jahre lang in einer Obachlosenunterkunft. Jetzt ist ein Ausweg in Sicht.

Drei Jahre lang lebten die Teenager Pascal (17) und Stefania (16) mit ihrer Mutter Efterpi ohne Privatsphäre: erst in einer Pension, dann im Obdachlosenheim in Neuperlach. In dem zugewiesenen Zimmer mit der Nummer 1008 wurde zwischen Schlafcouch, Stockbett, Spinden, Kühlschrank, zwei kleinen Tischen und Winterreifen gewohnt, gegessen, gestritten und gelernt, alles auf 12 Quadratmetern.

„Wir sind so glücklich, dass das jetzt endlich ein Ende hat, ohne ,Verändere Deine Stadt‘ hätten wir es nicht geschafft“, jubelt Mutter Efterpi und hievt dabei blaue Säcke mit Kleidung vor die Tür, wo am Umzugstag ein eigens gemieteter Kastenwagen wartet.

Maklerin suchte Mieter über „Verändere Deine Stadt“

Dass die Familie endlich der furchtbaren Enge entfliehen kann, hat sie der Maklerin Sabine Feldmann zu verdanken. Die 49-Jährige betreut für die Gagfah Group – mit bundesweit rund 144.000 Mietwohnungen eines der führenden börsennotierten Wohnungsunternehmen in Deutschland – die sozial geförderten Objekte im Großraum München. Auf der Suche nach passenden Mietern stieß sie auf eine Initiative des Immobilienportals immowelt.de und erfuhr so vom Schicksal der Alleinerziehenden und ihren Kindern: „Ich wusste sofort: Für die drei habe ich genau die passende Wohnung.“ Sie nahm Kontakt zur Familie auf. Schon wenig später war der Mietvertrag unterschrieben. Die Mutter und die beiden Teenager konnten ihr Glück kaum fassen.

Endlich mal Freunde einladen und die Tür schließen

Einfach mal eine Tür zu machen Gleich mehrfach fällt die Griechin der blonden Maklerin bei der Schlüsselübergabe um den Hals und auch die Kinder strahlen um die Wette. „Die beiden müssen sich nicht mehr schämen, können endlich Freunde einladen – und vor allem mal eine Tür zu machen“, erzählt die Mutter überglücklich. Sohn Pascal lernt gerade für seinen Abschluss und träumt von einer Ausbildung bei der Polizei. Stefania freut sich, in ihrem eigenen Zimmer in Ruhe lernen zu können. Auch Efterpi schmiedet nach langen Monaten der Resignation Zukunftspläne: Sie will eine Ausbildung zur Busfahrerin beim Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) machen.

Ein Wermutstropfen trübt die Freude: Der kanadische Schäferhund Teddy war während der Zeit im Obdachlosenheim bei einer Pflegefamilie untergebracht. Nun hätten die drei ihr Familienmitglied liebend gern zurück – doch der neue Besitzer verweigert die Herausgabe des Tieres. Die Familie will kämpfen: „Wir haben die Hoffnung bei der Wohnungssuche nicht aufgegeben, wir geben sie auch jetzt nicht auf!“ Nun muss ein Gericht entscheiden.

mm

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