Tödliche Messer-Attacke in Giesing: Mann gestorben

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In Neuperlach

Frau versuchte Mann umzubringen: „Ein kaltblütig geplanter Giftanschlag“ - Das war ihr Motiv

Hinter dieser Tür in einem Neuperlacher Wohnhaus geschah die Tat. 

Eine 73-Jährige soll in Neuperlach versucht haben, ihren Ehemann zu vergiften. Der 81-Jährige überlebte knapp. Die Münchnerin sitzt in Untersuchungshaft. Das Motiv für die Tat ist offenbar Geld.

Neuperlach - Der Fall ist auch für die Ermittler nicht alltäglich: In Neuperlach soll eine 73-Jährige versucht haben, ihren 81-jährigen Ehemann mit Frostschutzmittel zu ermorden. „Es war ein kaltblütig geplanter Giftanschlag“, sagte Staatsanwalt Laurent Lafleur am Donnerstag. Das Motiv war offenbar Geld. Zwar heiratete das Paar erst vor fünf Jahren, doch die Ehe soll bereits seit zwei Jahren zerrüttet gewesen sein. Die Scheidung stand im Raum.

Der mutmaßliche Giftanschlag geschah bereits am 7. Mai. Nach Informationen unserer Zeitung soll Marianne G. ihrem acht Jahre älteren Mann Günter G. (beide Namen geändert) Glykol – also Frostschutzmittel – verabreicht haben. Die Polizei spricht von einer „chemischen Substanz“. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollen sie nicht bestätigen, um welches Gift es sich handelte.

Wie sie ihm die Substanz verabreichte, ist nach aktuellem Stand der Ermittlungen nicht bekannt. Vermutlich platzierte die 73-Jährige das Gift in einem Nahrungsmittel, das Günter G. aß oder trank. Dem 81-Jährigen wurde so schlecht und schwindelig, dass er eine gute Bekannte verständigte. Diese rief einen Rettungswagen.

Im Internet soll die 73-Jährige recherchiert haben 

Auch die Ehefrau war offenbar zu Hause, unternahm jedoch nichts, um ihrem Mann zu helfen. Eine Woche blieb der ehemalige Siemens-Ingenieur im Krankenhaus. Zunächst schöpfte niemand Verdacht, die Diagnose war unklar. Ein Hinweis aus dem engsten Umfeld des Paares am 1. Juni brachte die Ermittlungen dann ins Rollen. Die Mordkommission durchsuchte die Wohnung. Die 73-jährige gelernte Diplom-Finanzwirtin wurde vorläufig festgenommen. Die Wohnung wurde durchsucht und der Computer ausgewertet. Konkrete Spuren der Substanz wurden aber nicht gefunden. Da Marianne G. die Vorwürfe bestritt und die Beweismittel erst ausgewertet werden mussten, wurde sie am 2. Juni zunächst wieder entlassen. Da Günter G. bereits kurz nach seinem Klinik-Aufenthalt alleine in den Urlaub – offenbar nach Frankreich – gefahren war, war er zu dem Zeitpunkt in Sicherheit.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen erhärtete sich jedoch der Verdacht gegen die 73-Jährige. Im Internet soll die gebürtige Berlinerin über Gifte recherchiert haben. Der Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Am Dienstag wurde Marianne G. erneut festgenommen. Wegen der Schwere der Tat und möglicher Fluchtgefahr sitzt sie in Untersuchungshaft. Sie schweigt bisher zu den Vorwürfen.

Tat wohl schon seit Langem geplant

Der Erste Kriminalhauptkommissar Robert Bastian von der Mordkommission geht davon aus, dass die Tat schon seit Langem geplant und vorbereitet gewesen war. Am Abend des 7. Mai verabreichte Marianne G. ihrem Mann dann das Gift. Hinweise darauf, dass die Frau ihm bereits vorher Gift gegeben haben könnte, gibt es derzeit nicht. Zumindest sind keine ungeklärten Krankenhausaufenthalte des Mannes bekannt. Marianne G. war bis dahin polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass die 73-Jährige den Tod ihres Mannes herbeiführen wollte. Staatsanwalt Laurent Lafleur sieht zwei Mordmerkmale erfüllt. Zum einen Heimtücke, da der Ehemann mit keinem Angriff gerechnet hatte. „Er kümmerte sich nicht um Schutzmaßnahmen“, so der Staatsanwalt. Zum anderen Habgier. Denn das Motiv soll Geld gewesen sein.

Laut Lafleur gab es bereits seit Längerem Streitereien zwischen den Eheleuten. Beide hatten sich bereits Anwälte gesucht. Marianne G. ging offenbar davon aus, dass sie im Falle einer Scheidung finanziell schlechter wegkommen würde, da er besser gestellt ist als sie. Das Paar lebte zwar noch zusammen in einer Eigentumswohnung am Gustav-Heinemann-Ring, ging sich aber zuletzt aus dem Weg. Sie hatten sich über eine Plattform im Internet kennengelernt.

Die wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Perlach – mein Viertel“.

mm/tz

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