Wie ein schwarzes Loch

In dieser Postbank-Filiale verschwinden immer wieder Einschreiben - jetzt ermittelt die Polizei

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Matthew Scheer vermisst seinen Pass.

In einer Postbank-Filiale in Neuperlach verschwinden seit Wochen Einschreiben. Die Kunden kochen vor Wut, die Polizei ermittelt. 

München - Bei einer besonders wichtigen Briefsendung ist ein Einschreiben oft die erste Wahl. Schließlich lässt sich die Sendung online verfolgen und der Empfänger muss den Erhalt bestätigen. Doch trotz dieser vermeintlichen Sicherheit haben aktuell mehrere Münchner Probleme wegen verschwundener Einschreiben. Und: Gleich mehreren Kunden ist das in der gleichen Filiale der Postbank im Life-Einkaufszentrum an der Albert-Schweitzer-Straße in Perlach passiert.

100 Euro weg für einen Pass, der nie zugestellt wurde

„Als US-Staatsangehöriger bekomme ich meinen Pass per Post, aber das Einschreiben ist nicht auffindbar“, schimpft etwa Matthew Scheer (48) und fügt hinzu: „100 Euro hat der Pass gekostet.“ Am Freitag, 8. März, erhielt Scheer eine Benachrichtigung der Post, dass er das Einschreiben ab Montag, 11. März, in der Filiale im Life-Einkaufszentrum abholen könne. „Dort war ich dann am Montag auch, doch es hieß, dass das Einschreiben nicht da sei“, berichtet der Betriebsleiter. Als er am Freitag noch einmal zur Filiale ging, sei er an das Verteilerzentrum an der Fritz-Erler-Straße verwiesen worden. „Der zuständige Mitarbeiter dort konnte mir glaubhaft versichern, dass der Brief bei ihnen rausgegangen ist. Er hat mir eine Liste gezeigt“, erzählt Scheer.

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Claudia Hayat Entabi vermisst ihr MVV-Jahresabo

Neben Scheer sind noch weitere Münchner betroffen. Claudia Hayat Entabi etwa vermisst ein Einschreiben mit wertvollem Inhalt. „Mir wurden zwölf Monatskarten für mein MVV-Jahresabo zugeschickt. Laut Benachrichtigung hätte ich das Einschreiben ab dem 13. Februar in der Filiale im Life-Einkaufszentrum abholen können“, erzählt die 39-Jährige. Weil sie dies nicht innerhalb einer Woche getan hat, sei das Einschreiben an den Absender zurückgeschickt worden. Aber: „Bei uns sind die Tickets bisher nicht eingetroffen,“ sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. Sendestatus bei der Post: in Zustellung. „Zu meinem Glück war die MVG entgegenkommend. Ich konnte das Abo kündigen, musste nur schriftlich bestätigen, dass ich die Karten nie bekommen habe“, sagt Entabi. Ärgerlich sei das Verschwinden dennoch. Theoretisch könnte sogar jeder mit Entabis Tickets fahren, denn diese sind nicht personalisiert.

Auch Petra Witte (52) hat schlechte Erfahrungen gemacht. „Ich wurde benachrichtigt, dass ich ein Einschreiben bekommen habe und es ab dem 14. Februar in der Postbank-Filiale im Life-Zentrum abholen kann.“ Doch auch Wittes Brief sei bis heute nicht aufgetaucht.

Der Polizei liegt mittlerweile eine Anzeige vor

Bei der Polizei liegt zudem eine Anzeige vor. „Die Anzeige ist vom 13. März. Es geht um ein verschwundenes Einschreiben mit einem Reisepass darin“, sagt Werner Kraus von der Polizei. Auch in diesem Fall geht es um die Filiale an der Albert-Schweitzer-Straße. Bei dem Geschädigten handelt es sich aber nicht um Matthew Scheer, so die Polizei.

Und wo sind nun die verschwundenen Einschreiben? Auch bei der Pressestelle der Post ist man ratlos. „Uns liegen bezüglich der geschilderten Vorfälle Kundenreklamationen vor. Unsere Security-Experten arbeiten in enger Zusammenarbeit mit der Polizei mit Hochdruck an der Aufklärung“ sagt Dieter Nawrath, Sprecher der Deutschen Post DHL Group.

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Laura Felbinger

Immer wieder

schnappte sich ein Postmitarbeiter in München Handys, die per Post verschickt wurden - und verkaufte sie

weiter. Jetzt flog die Masche auf. Wie

schwer es sein kann, einen Brief in die Niederlande zu schicken, erlebte eine Frau in Tutzing. Während ein Schreiben mit wichtigen Dokumenten verschollen ist,

kam ein anderes immer wieder zu ihr zurück, berichtet Merkur.de*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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