Hunderte Kommentare

„Drecksladen“: Mann zettelt wilde Primark-Diskussion in Münchner Facebook-Gruppe an

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Die neu eröffnete Primark-Filiale im Einkaufszentrum Neuperlach.

Da geht es heiß her: In der Facebook-Gruppe „Das schwarze Brett - München“ wird am Donnerstag wild über den neuen Primark-Laden debattiert.

München - Es war eine provokative Frage und es entwickelte sich eine teilweise hitzige Diskussion: In der Facebook-Gruppe „Das schwarze Brett - München“ wollte Buri S. wissen, was die anderen über Primark denken. „Der neue Primark in Neuperlach hat aufgemacht und ich sehe täglich Menschen mit vollen Tüten aus dem Laden kommen“, eröffnete er seinen Beitrag. Er wolle nun wissen, was die anderen über „billige Wegwerf-Mode, Ausbeutung von Arbeitern, fehlende Sicherheitsstandards und die Umweltverschmutzung bei der Herstellung der Kleidung“ denken. Dann stellte er den Käufern eine moralische Frage: „Habt ihr ein schlechtes Gewissen oder sagt ihr: Es ist mir egal?“

Primark-Diskussion entbrennt

Es dauerte nicht lange und schon entbrannte die Diskussion. Nach wenigen Stunden gibt es Hunderte Kommentare unter dem Posting. Andreas H. versuchte wie viele andere den ausgestreckten Zeigefinger des Fragestellers auf ihn selbst zu lenken: „Wo kaufst du denn deine Klamotten sonst so? Deine 120 Euro Adidas-Schuhe, wo kommen die her? Richtig, Bangladesch, Ausbeuterbetrieb. Wahrscheinlich gefertigt neben den Primark-Schuhen für 10 Euro.“ 

Andere sehen es ähnlich und werfen Buri S. eine Doppelmoral vor. „Schlechtes Gewissen? Überhaupt nicht. Ich bin nicht scheinheilig“, antwortete auch Jocke F. und andere meinen, dass auch bei H&M, Zara und anderen Modeketten unter ähnlichen Bedingungen produziert werde. 

Primark in München: Fotos von der Eröffnung

Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm
Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm
Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm
Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm
Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm
Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm
Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm
Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm
Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm
Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm
Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm
Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm
Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm
Primark München
Am Tag der Eröffnung wurde im Primark im Einkaufszentrum Neuperlach kräftig gefeiert. © Stefan Schramm

Primark-Kunden verteidigen sich: „Wenn man wenig Geld hat...“

Dirk F. befürwortet die Angebote: „Bei den Gehältern und Mieten ist es nur zu gut, dass irgendwie und irgendwo auf der Welt billig produziert wird. Sonst könnten wir uns nix leisten.“

Die womöglich ehrlichsten Antworten in der Diskussion kommen von zwei Frauen: „Ich habe ein schlechtes Gewissen, aber wenn du nicht so viel Geld zur Verfügung hast...“, schreibt Angelika S. „Ich kaufe gerne in Tschechien bei den Billigständen“, gesteht Clau Fi in ihrem Kommentar. „Da kommt das Zeug aus China (oder woher auch immer), da weiß ich wenigstens, dass ich für wenig Geld wenig Qualität bekomme.“ 

Andere werfen Primark-Kunden Geiz-ist-geil-Mentalität vor

Doch es gibt auch kritische Stimmen gegen die Kette, teilweise fällt das Urteil heftig aus. Primark sei ein „Drecksladen“, findet Markus S. und Thomas A. unterstützt den Fragesteller: „Da hast du recht: Wegwerf-Mode!“ Kate R. wirft Primark-Kunden eine Geiz-ist-geil-Mentalität in allen Lebensbereichen vor: „Wer bei Primark einkauft, kauft auch Hackfleisch zum Billigpreis!“ Christine M. hat eine ironische Vermutung über die Kunden: „Vielleicht brauchen sie viele Putzlappen?“

Völlig auf der Seite des Fragestellers steht Bianca P.: „Ich würde da nie einkaufen. Das ist so, als würde ich auf Kosten ärmerer Leute in dieser Welt leben.“ Menschen seien nur auf ihren eigenen Vorteil aus, resigniert Vanessa K.

Video der Primark-Eröffnung in München

Gibt es Alternativen zu Primark?  

Welche sind die Alternativen zu Primark und anderen günstigen Modeketten? Manche empfehlen, Fairtrade-Kleidung einzukaufen, manche verweisen auf die in Deutschland produzierende Modemarke Trigema und andere kommentieren, dass sie auch mal Second-Hand-Kleidung einkaufen. 

Wer mitdiskutieren möchte: Hier tobt die Primark-Diskussion auf Facebook.

Kritik an Primark gibt es nicht nur auf Facebook. Das Bündnis „München Fair Fashion“ protestierte gegen die Eröffnung der Filiale

Unsere Redaktion hat nach dem Zara-Skandal nachgefragt, wie es Mitarbeitern bei Primark ergeht. Tatsächlich gab es teilweise sogar Lob von der Gewerkschaft Verdi für die Arbeitsbedingungen

mag

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