München Ramersdorf – das „Tor zum Süden“

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In Ramersdorf gibt es Deutschlands erste Startup-Wohngemeinschaft

Ramersdorf-Perlach nennt sich der Bezirk in der bayrischen Metropole, der über 107.000 Menschen ein Zuhause gibt. Die Bewohner zieht es vor allem aufgrund der unzähligen Grünanlagen und den günstigen Mieten in diesen Bezirk.

Studenten fühlen sich hier genauso heimisch wie Selbstständige, Unternehmer oder Familien. Das „Tor zum Süden“ charakterisiert wie kaum ein anderer Bezirk den Facettenreichtum der Metropole, denn idyllische Wallfahrtsorte sind genauso zu finden wie Neubauwohnungen, Siedlungen wie aus einem Musterbuch oder multikulturelle Treffpunkte. Wir stellen den abwechslungsreichen Stadtteil vor und werfen einen Blick zurück auf die Ursprünge des ehemaligen Wallfahrtsortes.

Innovative Startups blühen in Ramersdorf-Perlach auf

Dass in Ramersdorf die Kreativität Einzug hält, beweisen 17 Jungunternehmer, die in der Hofangerstraße die erste Startup-Wohngemeinschaft Münchens gründeten. In diesem sogenannten "Hyperspace", das sich an den amerikanischen Vorbildern aus dem Silicon Valley orientiert, wohnen Menschen, die gründen wollen oder bereits fortgeschrittener in einem Startup arbeiten. Die jungen Menschen, alle zwischen Anfang Zwanzig und Mitte Dreißig, sind bei ihren beruflichen Vorhaben allerdings nicht gänzlich auf sich alleine gestellt. Support gibt es reichlich. Nicht nur die staatliche Universität zeigt sich an den Vorhaben der Gründer interessiert, auch die Startup-Förderer wie Impact Hub oder das Werk1, das Meetingräume und Gründercafés zur Verfügung stellt, unterstützen die motivierten Gründer bei ihren Zukunftsplänen.

Zusammenhalt und Toleranz sei in solch einem multikulturellen und kreativen Umfeld, in dem jeder seine eigene Geschichte mitbringt, besonders wichtig. Das Co-Workspace soll ein Ort der Inspiration sein, indem die Gründer - inmitten von bunten Kissen, Schreibtischen und einer Designer-Couch - ihre Ideen zu Papier bringen und so den Grundstein für ein erfolgreiches Projekt legen.

Doch wenn es darum geht, Kunden zu binden, mögen es viele Gründer und Startup-Unternehmen traditionell und setzen auf Alltagsgegenstände „mit Köpfchen“. So entscheidet sich zum Beispiel eine innovative Firma, die eine Anti-Spam-Software entwickelt und vertreibt, für individuelle Regenschirme als Geschenk. Der Firmenschriftzug schwebt über den Köpfen der Kunden und bietet Schutz vor Wind und Wetter. Für das Startup übernimmt das nützliches Utensil eine Doppelfunktion. Es schützt den Besitzer vor Regen und führt im vor Augen, dass die Software ähnlich schützend funktioniert. Das ist smart und nützlich zugleich. Die Kombination aus visionären Produkten und Ideen sowie traditionellen Werten und Bodenständigkeit sorgen dafür, dass die kunterbunte Startup-Wohngemeinschaft so beliebt ist.

Für 2018 sind zahlreiche neue Projekte in Ramersdorf-Perlach geplant

Nicht nur die Startup-Mentalität sorgt dafür, dass der Münchener Bezirk aufblüht, andere neue Projekte der Stadt sollen helfen, das Leben im Viertel noch attraktiver zu gestalten:

  • Im Frühling des Jahres sollen die Umbauarbeiten am großen Einkaufszentrum „Pep München-Neuperlach“ abgeschlossen sein. Bis dahin sollen neue Parkplätze und Geschäfte entstehen. Nach dem Umbau ist das Einkaufszentrum mit rund 135 Geschäften auf insgesamt drei Etagen das größte Shoppingcenter in München.
  • Der Hanns-Seidel-Platz wird aktuell umgebaut. Die Händler, die derzeit auf den Wochenmärkten ihre Waren verkaufen, ziehen auf den Theodor-Heuss-Platz um.
  • Für 2018 ist für „das Gebiet der Ideen“, das gewerbliche Gelände namens „Die Neue Balan“ weiteres Wachstum geplant. Der Investor des Projektes kündigte an, ein weiteres Haus an der Ecke zur St.-Martin-Straße zu bauen. Zudem seien architektonische Besonderheiten wie die Skygärten – über mehrere Etagen eingelassene Einbauten an der Fassade – geplant.
  • Für die Bildungseinrichtungen im Bezirk liegen ebenfalls konkrete Pläne vor. Bis zum Sommer entsteht an der Grundschule am Perlacher Pfanzeltplatz ein Erweiterungsbau, der Platz für vier neue Klassen schafft.
  • Die Stadt München hat konkrete Pläne zu der Sanierung des Ortskerns. Die Pläne verfolgen das Ziel, den Bezirkskern attraktiver und lebendiger zu gestalten, sodass dieser wieder ein Treff- und Lebensmittelpunkt der Einwohner Ramersdorfs wird. Die Zeit für dieses Vorhaben ist knapp, da die Frist im kommenden Herbst abläuft und die Baumaßnahmen immer wieder verschoben wurden.

Neue Projekte machen München noch attraktiver


Historisch betrachtet ist Ramersdorf einer der ältesten bayrischen Wallfahrtsorte

Selbst einige der Einwohner von Ramersdorf wissen über die historischen Anfänge des Viertels nicht Bescheid. Die Bedeutsamkeit Ramersdorfs zeichnete sich schon in der Vergangenheit ab, im frühen Mittelalter, als der Bezirk den Namen "Rumoltesdorf" trug. Urkundlich erwähnten die damaligen Schriftgelehrten den Bezirk erstmals im Jahre 1006. Die Ortschaft zog viele Wallfahrer an, galt aber bis ins 19. Jahrhundert hinein eher als ein Dorf. 1833 standen nicht mehr als 18 Häuser in Ramersdorf, in denen rund 90 Menschen lebten. Bis 1864 wuchs Ramersdorf enorm an und galt ab diesem Jahr als ein Stadtviertel von München. Heute ist es der bevölkerungsreichste Bezirk der Stadt. Die Wallfahrtskirche Maria Ramersdorf ist heute noch das Wahrzeichen des Viertels und steht den Münchenern für Gottesdienste, Hochzeiten oder anderen Feierlichkeiten offen. Neben der Wallfahrtskirche befindet sich ein anderes altertümliches Gebäude mit Traditionsbewusstsein: Der „Alte Wirt“, der angeblich das älteste Gast- und Wirtshaus der Metropole ist. Da die ersten Belege für das Haus aus dem 17. Jahrhundert stammen, stehen die Chancen nicht schlecht, dass diese Behauptung einen wahren Kern hat. 

Ramersdorf-Perlach heute: Ein sozialer Brennpunkt?

Die öffentliche Wahrnehmung des Viertels ist schlechter als sein Ruf – diese Ansicht vertreten die Bewohner von Ramersdorf-Perlach, die sich in einem großen Stadtteilcheck für „ihr“ Viertel aussprechen. Tatsächlich landet der Bezirk auf dem letzten Platz, was das Sicherheitsempfinden und die Nachbarschaftskultur in München angeht. Einige Ecken in Ramersdorf-Perlach gelten als sozialer Brennpunkt – oftmals zu Unrecht, wie die Einwohner betonen. Auch die Kriminalitätsstatistik gibt ihnen teilweise Recht: Die Kriminalitätsrate in Ramersdorf-Perlach läge unter dem durchschnittlichen Münchener Wert und ging seit 2003 um ganze 14,8 Prozent zurück. Dies sei unter anderem der hervorragenden Arbeit der Jugend- und Sozialarbeiter zu verdanken, die sich mit ihrer Arbeit unermüdlich zur Bekämpfung der (Drogen)Kriminalität einsetzten. Ihnen ist es zu verdanken, dass sich die Heranwachsenden im Stadtteil wohl fühlen, friedlich sind und sich besser integrieren – als ein Teil der multikulturellen Bevölkerung Münchens.

Welche Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten gibt es im Viertel zu entdecken?

Wer zu Besuch in dem innovativen und multikulturellen Bezirk Ramersdorf-Perlach ist, sollte sich die folgenden Sehenswürdigkeiten genauer ansehen:

  • Die Wallfahrtskirche Maria Ramersdorf
  • Die Gotteshäuser Rogatekirche und Gustav-Adolf-Kirche
  • Den Karl-Preis-Platz mit dem schönen Brunnen der Melusine
  • DAS MGV Museum, das Exponate zur Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs der Stadt ausstellt
  • Den Kulturgeschichtspfad
  • Für Aktive ist das Michaelibad mit Sanarium, finnischer Sauna und Dampfbad im Sommer und im Winter ein schöner Ort zum Schwimmen und Entspannen

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