Ausraster auf der Rolltreppe

Tödlicher Tritt im Perlacher Einkaufzentrum: Muss Segun O. in die Psychiatrie? 

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Segun O. (28) auf der Anklagebank.

Eine Woche lang haben Ärzte um das Leben von Abayomi O. gekämpft. Doch der 67-jährige Neuperlacher, der als Altenpfleger arbeitete, schaffte es nicht.

München - Er starb an den Folgen eines brutalen Angriffs im Einkaufszentrum pep. Der Täter, Segun O. (28), trat dem Nigerianer mit dem Fuß auf einer Rolltreppe wuchtig gegen die Brust. Später brach der 67-Jährige zusammen und wachte nie wieder auf. Am Montag begann der Gerichtsprozess gegen den Angreifer.

Der junge Mann, ebenfalls Nigerianer, leidet an paranoider Schizophrenie. Schon vor der Tat war der Automechaniker in psychiatrischer Behandlung. Weil er offenbar seine Medikamente nicht nahm, rastete er immer wieder aus. So auch am 14. November. Eigentlich wollte Segun O. den Supermarkt verlassen, hatte schon Gummibärchen und Kaugummi gekauft. 

Täter und Opfer kannten sich nicht

Doch am Ausgang traf er auf sein späteres Opfer und kehrte um. Gekannt haben sich die beiden nicht. Es gab keinen Grund, warum sich die Wut von Segun O. ausgerechnet gegen den 67-Jährigen richtete. Abayomi O. war wohl einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Nach dem Angriff brachten Supermarktmitarbeiter beide Männer in einen Lagerraum. Dort wollte Segun O. den Altenpfleger erneut attackieren. Plötzlich sackte Abayomi O. bewusstlos von seinem Stuhl. 

Innere Verletzungen führten zum Tod

Rettungskräfte brachten ihn ins Krankenhaus. Ärzte hielten den Nigerianer sechs Tage am Leben. Doch die inneren Verletzungen führten zum Tod.

Segun O. ist wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Den Rest seines Lebens wird er wohl in einer Psychiatrie verbringen. 

Johannes Heininger

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