Neuer Betriebsbahnhof geplant

Durchgehender Betrieb: Bald keine Ruhe mehr im Münchner Südosten?

Machbarkeitsstudie: So soll der neue Betriebsbahnhof Süd in Neuperlach aussehen
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Machbarkeitsstudie: So soll der neue Betriebsbahnhof Süd in Neuperlach aussehen.

Durchgehender Betrieb, Bremstests in den Nachtstunden und hohe Lärmschutzwände: Bei der Bürgerinformation zum geplanten U-Bahn-Betriebshof Süd in Neuperlach gab es Details, die nicht jedem gefallen. 

München - Der neue Betriebshof soll östlich des oberirdischen U-Bahnhofs Neuperlach-Süd* entstehen und den bisher einzigen U-Bahn-Betriebshof in Fröttmaning ergänzen. So sollen die notwendigen Voraussetzungen für den weiteren Ausbau der U-Bahn und die Verkehrswende in München geschaffen werden. Auf dem Areal zwischen Arnold-Sommerfeld-Straße, Lise-Meitner-Weg und der südöstlich gelegenen Kleingartenanlage wird es vier Hallen und drei Randbauten geben. Dazu eine Abstellanlage, auf der bis zu 60 U-Bahn-Garnituren* Platz haben.

Herzstück ist die Werkstatthalle mit je vier Gleisen und Arbeitsständen, einer davon mit Hubanlage für einen kompletten Zug. Hier werden die Züge gewartet und repariert, gleich nebenan gewaschen. Rundherum sind außerdem Büros, Werkstätten und Technikräume angesiedelt. Gearbeitet wird rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche. Eine Überraschung, denn bei früheren Projektvorstellungen hatten die SWM einen Nachtbetrieb noch verneint. „Je nach Luftdruck ist die Schallausbreitung in der Umgebung jetzt schon erheblich“, so Roland Fischer, „das wird noch spannend, vor allem bei 24/7-Betrieb.“ Der ehemalige Vizechef der Münchner SPD wohnt mit Ex-Stadträtin Bettina Messinger schräg gegenüber.

München: Weniger Nachtruhe in Neuperlach? Wirbel um geplante Bremstests

Um „die Anlieger bestmöglich vor Lärm zu schützen“, sind rund um den Betriebshof insgesamt drei größtenteils begrünte Schallschutzwände geplant. Höhe: Acht Meter – entlang dem Lise-Meitner-Weg auf einer Länge von 250 Metern. Im Osten wird eine Vier-Meter-Wand auf den mehrgeschossigen Randbau aufgesetzt. „Eine acht Meter hohe Mauer – auch das wird spannende Debatten vor Ort geben“, prophezeit Fischer. Die 140 Meter lange Wand an der S7-Strecke soll nicht nur den S-Bahn-Lärm* absorbieren, sondern auch die Geräusche vom parallel verlaufenden „Abnahmegleis“.

Überraschung Nummer drei bei dem schon länger geplanten Projekt: Laut Schallschutzgutachten sind dort in den Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr bis zu 120 Bremstests mit Geschwindigkeiten zwischen 30 und 60 km/h möglich. Wie oft am Ende tatsächlich die Bremsen kreischen, wurde nicht erläutert. Aufschrei im Chat, in dem laut SWM über 300 Fragen gestellt wurden.

Neuer Betriebshof in München-Neuperlach: Fertigstellung aktuell 2027 geplant

Die Pläne seien „im Endspurt“, so SWM-Projektleiter Florian Bals. Im Herbst soll der Stadtrat alles genehmigen, damit Anfang 2022 das Planfeststellungsverfahren bei der Regierung von Oberbayern eingeleitet werden kann. 2024 soll Baubeginn sein, mit der stufenweisen Inbetriebnahme der Anlage wollen die Stadtwerke Ende 2026 starten. Bis Mitte 2027 soll der gesamte Betriebshof fertig sein. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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