Mann (62) tötet Ex-Frau und Schwester

Perlach: Doppelmord nach Scheidungskrieg

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In diesem Haus in Perlach hat ein Mann (62) seine Ex-Frau und seine Schwester umgebracht.

München - Blutiges Ende eines Familienstreits in Perlach: Ein Mann (62) hat seine 60-jährige Ex-Frau und seine Schwester (51) getötet. Er kam am Sonntagmorgen zur Polizei und gestand die Tat.

Der türkische Rentner, der am Sonntag 40 Minuten nach Mitternacht an der Pforte der Verkehrspolizei in der Bad Schachener Straße in Ramersdorf vorsprach, wirkte sehr ruhig. Er sagte: „Fahren Sie in die Hofangerstraße 2. Sie werden dort zwei Frauen finden. Ich habe sie erstochen.“ Was die Polizisten dort erwartete, lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Familienvater Emrullah C. (62) hatte in dem Wohnhaus über dem türkischen Lokal „Karadeniz“ ein schauriges Gemetzel veranstaltet. Seine Opfer: seine getrennt lebende Ehefrau Muradiye A. (60) und seine eigene Schwester Semra A. (51). Beide waren tot.

Emrullah C. arbeitete früher bei den Optischen Werken Rodenstock. Seine Frau Muradiye war einfache Arbeiterin. Emrullah C. soll ständig fremdgegangen sein. Die Ehe zerbrach. Vor 17 Jahren trennten sich die beiden, geschieden aber wurden sie nie. Die beiden Söhne blieben bei der Mutter. Zuletzt war Muradiye Frührentnerin. Doch arm war sie keineswegs. Erst kürzlich hatte sie den letzten von vielen Prozessen um einen Immobilienbesitz in der Türkei gegen ihren Mann gewonnen. Das saß Emrullah C. wie ein Stachel im Fleisch. Zumal sich seine eigene Schwester Semra in diesem Streit auf die Seite seiner Ex-Frau geschlagen hatte, wie Angehörige berichten. Die attraktive Türkin hatte früher bei einer Münchner Bank in der Wertpapierabteilung gearbeitet und später einen Feinkostladen geführt. Die Mutter von drei Söhnen – der Jüngste ist erst 13 Jahre alt – war geschieden. Sie hatte aber einen neuen Partner gefunden. Früher war sie sehr sportlich, zuletzt litt sie aber unter einer Lungenkrankheit.

Bluttat von Perlach: Bilder vom Tatort

Bluttat von Perlach: Bilder vom Tatort

Am Samstagabend sollte in Muradiye A.’s Wohnung ein klärendes Gespräch mit Emrullah C. stattfinden. Offenbar wollte Muradiye nun auch die Scheidung. Was Schwägerin Semra bei diesem Gespräch zu suchen hatte, können sich die Angehörigen nicht erklären. Während dieses Gesprächs kam es zu einem massiven Streit, der schließlich mit einem Blutrausch endete.

Noch in der Wohnung stach der 62-jährige Mann offenbar zunächst seine Frau nieder, die blutüberströmt zusammenbrach. Das Telefon erreichte sie nicht mehr. Eine breite Blutspur vom ersten Stock bis hinunter in den Keller dokumentiert Semras Todeskampf. Ihr gelang noch die Flucht aus der Wohnung, sie machte sogar noch ein paar Schritte vor die Haustür. Dort jedoch zerrte der rasende Bruder sie wieder zurück ins Haus.

Als Polizei und Notarzt eintrafen, lag sie am Fuße der Kellertreppe in einer riesigen Blutlache. Beide Frauen verbluteten. Sie wurden noch am Sonntag obduziert. Am Montag will der Chef der Münchner Mordkommission, Markus Kraus, weitere Details bekanntgeben.

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