Stadt strukturiert um

Petition fordert: Geburtshilfe im Klinikum Neuperlach erhalten

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Die Geburtsstation in Neuperlach soll trotz hervorragendem Ruf geschlossen werden. 

Lokalpolitiker und Hebammen hatten eine Petition für den Erhalt der Geburtshilfe im dem Krankenhaus im Münchner Osten gestartet. Heute wurden die Unterschriften an OB Dieter Reiter übergeben. 

München - Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) haben am heutigen Mittwoch rund 2000 Unterschriften überreicht, die den Erhalt der Geburtshilfestation im Neuperlacher Krankenhaus fordern. 

Denn der Kreißsaal soll im Zuge der U mstrukturierung der städtischen Kliniken bis zum Jahr 2022 geschlossen werden. Laut des 2015 vom Stadtrat beschlossenen Sanierungskonzepts für das Städtische Klinikum München soll die Geburtshilfe künftig in Harlaching und Schwabing gebündelt werden. „Diese Entscheidung halten wir für falsch“, erklären die beiden Perlacher Lokalpolitikerinnen Sabrina Landes (Grüne) und Siglinde Kosina (SPD), sowie Hebamme Barbara Schreglmann, die eine Online-Petition initiiert hatten. 

Denn: In den vergangenen Jahren sind die Geburtenzahlen in München stetig gestiegen, zudem wachse der Münchner Osten im Stadtgebiet wie im Umland in den kommenden Jahren deutlich. Die Neubaugebiete würden viele junge Familien anziehen.

Lesen Sie hier: Neuer Geburtenrekord - Immer mehr Münchner Kindl

Städtische Kliniken: Geburtshilfe nur in Schwabing und Harlaching

Mit der Konzentration der Geburtshilfe an den Standorten Harlaching und Schwabing erhöhe das Städtische Klinikum die Kapazitäten im Geburtsbereich um weitere 1500 Geburten pro Jahr, argumentiert hingegen Klinikumssprecher Raphael Diecke. Im Gegensatz zu Neuperlach sind bei den beiden anderen Krankenhäusern Kinderkliniken, unter anderem mit Versorgungszentren für Frühchen, an die Entbindungsstationen angeschlossen. Damit ist jederzeit eine kinderärztliche Betreuung gewährleistet, während in Neuperlach nur tagsüber ein Kinderarzt vor Ort ist.

Neuperlach: Individuelle Betreuung, niedrige Kaiserschnittrate

Die Neuperlacher Station ist relativ klein. 14, nur im Extremfall 20 Frauen können hier versorgt werden. Dafür gibt es eine individuelle Betreuung – die Stärke der Geburtsstation. So gebe es dort eine sehr niedrige Kaiserschnitt-Rate. Um rentabel zu arbeiten, bräuchte man statt der derzeit etwa 1100 jedoch rund 3500 Geburten im Jahr. Schreglmann: „Geburt ist nicht planbar, und sie muss sich nicht rechnen.“ Die Familienstadt München müsse sich auch kleinere Kreißsäle in den Stadtbezirken leisten. Die Neuperlacher Geburtshilfe habe einen hervorragenden Ruf – weit über die Stadtteilgrenzen hinaus. Daher haben auch viele Frauen aus dem Landkreis München die Petition unterzeichnet. Allerdings stammen insgesamt nur rund die Hälfte der Unterstützer aus dem Großraum München, der Rest sind Solidarbekundungen teils aus ganz Deutschland.

Carmen Ick-Dietl

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