In Boxen gequetscht

Polizei findet völlig verwahrloste Tiere in Transporter

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Die Tiere befanden sich in einem Transporter, den die Polizei aufgegriffen hat.

München - Eingepfercht in Boxen, gestapelt in einem Transporter: Die Polizei hat in München völlig verwahrloste Hunde und Katzenbabys aus einem Transporter befreit.

Viel zu jung, unternährt, noch nie geimpft, mit wunden Pfoten und abgefrorenen Schwänzchen – und in den Augen die ganze Qual: Münchner Polizisten haben fünf jungen Hunden und fünf Nacktkatzen-Babys bei einer zufälligen Fahrzeugkontrolle wahrscheinlich das Leben gerettet.

In der Heinrich-Wieland-Straße in Neuperlach hielten die Beamten am Sonntag um 16.30 Uhr einen ukrainischen Transporter auf. Der eiskalte Laderaum war bis zum Dach vollgepackt mit Tüten, Kisten und Taschen. Dazwischen mehrere Tiertransport-Kisten, die entsetzlich stanken. Die kleinen Kreaturen hinter den Gittern haben wahrscheinlich tagelang völlig unversorgt und in ihrem eigenen Dreck in viel zu engen Boxen gesessen. In der warmen Perlacher Polizeiinspektion 24 dann die erste Bestandsaufnahme: Es handelt sich um drei kleine englische Bulldoggen, einen Mastiff-Welpen und einen winzigen Neufundländer. In den anderen Kisten saßen fünf schrecklich dünne Nacktkatzen-Babys mit wahrscheinlich erfrorenen Schwanzspitzen und wunden Pfoten.

„Es ist schlimm, aber sie werden überleben. Keines der Tiere ist zwölf Wochen alt. Alle wurden viel zu früh von ihren Müttern getrennt“, bestätigte am Montag die Sprecherin des Tierschutzvereins, Judith Brettmeister.

Es handelt sich ganz offensichtlich um einen illegalen Tiertransport von Welpen, die vermutlich im Internet bestellt wurden und wohl für Münchner Tierhalter bestimmt waren. Bereits auf der Polizeiinspektion fragten einige Besitzer nach und waren entsetzt vom erbärmlichen Zustand der Tiere. Auch im Tierheim, wo die Kleinen nun ärztlich versorgt und aufgepäppelt werden, verlangten die Tierhalter am Montag die Herausgabe der Welpen. Daraus wird vorerst nichts: Die beschlagnahmten Tiere müssen in Quarantäne bleiben. Die drei Ukrainer (36, 20 und 52 Jahre alt) wurden angezeigt. Angesichts dieser traurigen Bilder weist das Tierheim nochmals daraufhin, niemals (!) lebendige Tiere im Internet zu ordern.

Dorita Plange/kg

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