Das kommt nicht so selten vor

Nachbarn klagen über unangenehmen Mieter - doch immer, wenn es in seiner Wohnung brennt, retten sie ihn

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Nachbar Patrick Buchner im „Haus der Lebensretter“.

Anwohner beschreiben ihn nicht als den angenehmsten Zeitgenossen. Doch immer wieder kann ein 51-jähriger Ramersdorfer auf die Hilfe seiner Nachbarn bauen.

München - Jemand hat versucht, die Spuren des Brandes zu beseitigen. Aber die schwarzen Flecken sind immer noch zu sehen – auf der Fußmatte, auf dem Boden, an der Wohnungstür. Eine Tür, hinter der sich in den vergangenen Monaten Feuerdramen abgespielt haben. 

Zuletzt am 25. November: Es war bereits der vierte Brand in der Wohnung eines 51-jährigen Mannes aus Ramersdorf. Dass er noch lebt, hat er seinen aufmerksamen Nachbarn zu verdanken. Denn er wohnt im Haus der Lebensretter... 

„Teppich und Sofa standen schon in Flammen“

Es war Sonntagabend, als Patrick Buchner dieses seltsame Piepsen hörte. Er folgte dem Geräusch bis in den zweiten Stock – wo seine Befürchtungen wahr wurden. Schwarzer Rauch quoll aus der Tür seines Nachbarn. Der 28-Jährige hämmerte gegen die Tür – vergeblich. Er alarmierte die Nachbarn, holte seinen Stiefvater und einen großen Putzeimer. Dann öffnete sich die Tür doch einen Spalt breit. „

Das Gesicht des Nachbarn war völlig rußgeschwärzt“, erzählt Buchner. „Der Teppich und das Sofa standen schon in Flammen.“ Aber der 51-Jährige weigerte sich, seine Wohnung zu verlassen. „Mein Stiefvater zog ihn aus der Wohnung und ich habe das Feuer gelöscht“, sagt er. „Ich weiß nicht mehr, ob wir überhaupt irgendetwas gesagt haben. Ich war wie in einem Film.“ Erst als Buchner mit einer Rauchvergiftung im Krankenhaus lag, wurde ihm klar, wie gefährlich diese Rettungsaktion gewesen ist. Und es war nicht die erste Aktion dieser Art. 

Beschwerden über Mieter eingereicht

Miriam S. (26) wohnt über der Feuer-Wohnung. Auch sie hat schon zwei Brände ihres Nachbarn gelöscht – erst vier Tage vor dem großen Brand seinen brennenden Tisch, als die Wohnungstür offen stand. „Einige Wochen zuvor hat sein Sofa geschmort, und vor vier Monaten musste die Feuerwehr den ersten Brand in der Wohnung löschen.“ Schon vor Monaten hat sie – wie auch Familie Buchner – der Gewofag wegen etlicher Belästigungen durch den Mieter geschrieben. 

„Ich hab Angst um meinen Sohn“, sagt Miriam S. Mitte November führte die Gewofag mit den Bewohnern Gespräche – zu spät, kurz darauf kam es zu dem großen Brand. Wo sich der Mieter jetzt aufhält, wissen die Nachbarn nicht. Brandfahnder vermuten eine glimmende Zigarette als Ursache des letzten Feuers.

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