Wallfahrtsort und Tor zum Süden

Ramersdorf

Biergarten MichaeliGarten im herbstlichen Ostpark
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Biergarten MichaeliGarten im herbstlichen Ostpark

Ramersdorf ist ein facettenreicher Stadtteil im Südosten von München. Alles zu Lage, Geschichte und Besonderheiten dieses Stadtbezirks übersichtlich zusammengefasst.

München – Mit der „Nachtigall von Ramersdorf“ wurde dem heutigen Stadtbezirk 16 ein kurioses Denkmal gesetzt. Denn der Sänger und Schauspieler Friedrich Steinhauer (1933-2019) wählte den Namen dieses Stadtteils zu seinem Künstlernamen. Er trat in der bayerischen Landeshauptstadt unter anderem im Theater an der Brienner Straße auf und war am Bayerischen Staatsschauspiel in München engagiert. Unser brandneuer München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alles, was in der Isar-Metropole passiert.

Ramersdorf – Eckdaten der Geschichte dieses Stadtteils

Ramersdorf wurde Anfang 1000 das erste Mal urkundlich erwähnt. Damals hieß es noch Rumoltesdorf, nach einer damals dort ansässigen Familie Rumoltes. In der Geschichte des heutigen Stadtteils finden sich einige weitere interessante Meilensteine:

  • Vom 13. bis 16. Jahrhundert war Ramersdorf im Besitz unterschiedlicher Patrizierfamilien und Ministerialgeschlechter.
  • Da diese Familien ihre Ländereien zum Teil der Kirche stifteten, war Ramersdorf in dieser Zeit öfters Bestandteil der kirchlichen Ländereien im Südosten der Landeshauptstadt.
  • 1803 gingen die kirchlichen Güter im Rahmen der Säkularisierung erneut in weltlichen Besitz über.
  • Ab dem Jahre 1818 war Ramersdorf eine eigenständige Gemeinde.
  • 1864 wurde die Gemeinde in die Stadt München eingegliedert.
  • 1926 wurde der Stadtteil Ramersdorf an die Trambahn angeschlossen, gleichzeitig siedelten sich in dieser Zeit mehr und mehr Industriebetriebe an.
  • In den 1920er- und 30er-Jahren entstanden erste Wohnsiedlungen, um Wohnraum für die stetig wachsende Bevölkerung Münchens zu schaffen.
  • Unter der Herrschaft des Nationalsozialismus entstand unter anderem die Mustersiedlung Ramersdorf.
  • 1992 wurde aus den Stadtteilen Perlach und Ramersdorf der Stadtbezirk 16.

Stadtteil Ramersdorf – Lage und Einwohnerzahlen

Ramersdorf befindet sich im Südosten von München. Es bildet zusammen mit Perlach den Stadtbezirk 16. Der Stadtteil liegt eingebettet zwischen Au-Haidhausen und Berg am Laim sowie Perlach und Obergiesing-Fasangarten.

Durch seine Lage am südöstlichen Stadtrand trägt Ramersdorf den Beinamen „Tor zum Süden“. Durch die hier beginnende Bundesautobahn A8 München – Salzburg sowie die nahe Ringautobahn A99 ist Ramersdorf ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Region.

Über die U-Bahn-Linie U2 und die S-Bahnen ist dieser Stadtbezirk mit der Innenstadt und benachbarten Stadtvierteln verbunden.

Der Bezirk 16 hat eine Fläche von knapp 2.000 Hektar und beherbergt rund 116.300 Einwohner (Stand: 2019).Daraus ergibt sich eine Einwohnerdichte von circa 58 Personen je Hektar.

Ramersdorf – Besonderheiten des Stadtteils

Die größte Besonderheit im Stadtteil ist die Wallfahrtskirche Maria Ramersdorf aus dem 14. Jahrhundert. Das Gotteshaus bekam eine Reliquie des Kreuzes Jesu geschenkt und entwickelte sich zu einer beliebten Pilgerstätte für Gläubige. Maria Ramersdorf ist eine der ältesten Wallfahrtsorte in Bayern und eine angesagte Location für Hochzeiten und Taufen.

Des Weiteren sind mitten in dem modernen Wohnviertel Spuren der dörflichen Vergangenheit Ramersdorfs sichtbar. Der alte Ortskern ringsum die Kirche mit Messnerhaus, Jagdhaus und der Gastwirtschaft „Alter Wirt“ aus dem 17. Jahrhundert zeugt auch heute noch vom ländlichen Ursprung der Wohngegend.

Der Stadtteil Ramersdorf ist außerdem für seine schönen Wohnsiedlungen, idyllischen Plätze und Gässchen bekannt. Sehenswert ist hierbei unter anderem die Wohnanlage am Löhleplatz.

Stadtteil Ramersdorf – Sehenswürdigkeiten im Stadtbezirk 16

Neben der Wallfahrtskirche haben Ramersdorf und der Stadtbezirk 16 noch einige weitere sehenswerte Dinge zu bieten. Beliebt sind vor allem:

  • der Karl-Preis-Platz und der Brunnen mit der Steinfigur der Melusine von Adolf Rothenburger
  • das Kartoffelmuseum in der Grafinger Straße
  • die Forschungsbrauerei in Perlach
  • die evangelischen Gotteshäuser Gustav-Adolf- und Rogatekirche
  • das MVG-Museum mit der Geschichte des Münchner Nahverkehrs

Darüber hinaus besitzt der Stadtteil Ramersdorf jede Menge Grünanlagen sowie die Naherholungsgebiete Perlacher Forst und den Ostpark. Sie eignen sich ausgezeichnet für sportliche Betätigungen und zum Spazierengehen.

Ein weiterer Höhepunkt im Stadtteil ist das Michaelibad. Es ist das größte Freizeitbad in München und bietet in der weitläufigen Wasserlandschaft Spaß und Erholung für Jung und Alt.

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