In Ramersdorf

Richtfest am Dominik-Brunner-Haus: Spender Hoeneß schwieg lieber

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Uli Hoeneß mit Alois Meier (l.) und Martin Swoboda.

München - Richtfest am Dominik-Brunner-Haus mit Spender Uli Hoeneß. Der wollte aber nichts sagen. Auch sonst baut München an der Zukunft. Ein Überblick.

Ex-FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß (63) war am Freitag zwar da, wollte aber nichts sagen. Dafür sprachen andere: Am Dominik-Brunner-Haus, dem Anbau an das bestehende Kinderhaus in Ramersdorf, war Richtfest! „Ziel ist auch die Vermittlung der Fähigkeit zur friedlichen Konfliktlösung – ganz im Sinne von Dominik Brunner“, sagte der Vorsitzende der Dominik-Brunner-Stiftung, ­Alois Meier.

Brunner († 50) war vor sechs Jahren an der S-Bahn Solln von zwei Jugendlichen getötet worden. Er hatte vier Schüler vor diesen Jugendlichen beschützt. Sein Vermächtnis lebt nun im Haus an der Görzer Straße 115 weiter. Dort sollen künftig 100 Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien gefördert werden. „Damit sie in die Schulen gehen können, die ihren Fähigkeiten entsprechen“, sagte Meier. Ferner gibt es eine Kindergartengruppe für 25 Kinder sowie eine Krippe mit zwölf Plätzen. Geplante Fertigstellung: Herbst 2016.

Schon seit 2009 betreuen die Johanniter an der Görzer Straße ein Kinder- und Jugendhaus. 80 Familien bewerben sich auf einen der 36 Plätze. Da soll der Anbau helfen – unterstützt mit 3,2 Millionen Euro der Stiftung sowie Sternstunden und Ein Herz für Kinder. Und Hoeneß. Der hatte zu seinem 60. gespendet. „Damit haben Sie das Fundament für das Haus gelegt“, dankte ­Alois Meier. Und damit war auch alles gesagt.

awe, ska

München baut an der Zukunft: Was sonst momentan entsteht

Es geht um ein neues Finanzzentrum, ein neues Haus für Kinder und einen alten Patienten! München baut für die Zukunft. Bis 2030 soll der Steuer-Campus an der Deroystraße fertig sein. Wesentlich rascher wird’s beim Kinder- und Jugendhaus der Johanniter in Ramersdorf gehen. 100 Kinder sollen dort betreut werden. Und für den Dauerpatienten, das Schwabinger Klinikum, gibt es neue Ideen der Münchner SPD. Die tz zeigt, wo und wie gebaut wird:

Finanzamt

Am Finanzamt an der Deroystraße (Maxvorstadt)prangt ein Schild: „Finanzcampus, Baubeginn Herbst 2014“. Tatsächlich ist vor einem Jahr schon die Tiefgaragenzufahrt verlegt worden. Offizieller Spatenstich war jetzt am Freitag, der Architekturwettbewerb hatte bereits 2008 stattgefunden. „Es hat leichte Verzögerungen gegeben“, sagt Finanzamts-Chef Hans-Herbert Szymanski beim Spatenstich. „Es gab ein Auf und Ab, ein Ja und Nein.“

Sollte dies so weitergehen, rechne er mit einer Bauzeit von 58 Jahren, sagt Szymanski mit augenzwinkernd. Daher wollte er auch gar nicht lange sprechen. „Ich würde jetzt auch an Finanzminister Markus Söder übergeben. Es soll ja nicht sein, dass sich das noch weiter verzögert.“ Söder konterte, dass es auf die fünf Minuten nun auch nicht mehr ankomme …

Der Campus kostet den Freistaat 362 Millionen Euro. Auch daher habe man sich mit der Entscheidung schwer getan. Daher der Verzug. Doch sei der Standort München zu wichtig. „München ist das größte und erfolgreichste Finanzamt der Welt“, sagte Söder. In Zahlen: Jedes Jahr erwirtschaftet die Landeshauptstadt 44 Milliarden Euro, 42 Prozent des bayerischen Steueraufkommens! „Das machen andere Länder an Schulden.“

Umso wichtiger sei der Startschuss für den Campus, um Arbeiten zu verbinden, Leistungen zu erhöhen. An der Deroystraße sollen alle Finanzämter der Stadt zusammengefasst werden. Gebaut wird in sechs Abschnitten, damit die Ämter weiter arbeiten können.

Der erste Abschnitt umfasst 12 000 der 67 000 Quadratmeter, kostet 66 Millionen Euro und soll künftig 650 Mitarbeiter beherbergen. Im Jahr 2018 soll dieser Abschnitt fertiggestellt sein, der Gesamt-Campus 2030. Wenn sich freilich nichts mehr verzögert.

ska

Klinikum Schwabing

Über das Schwabinger Krankenhaus wird schon lang diskutiert – jetzt gibt’s einen weiteren Vorschlag. Die Rathaus-SPD möchte Gebäude unter anderem für Mitarbeiter-Wohnungen nutzen. Derzeit gibt es im Klinikum Schwabing 870 Betten, nach der Sanierung werden es etwa 415 sein. Neben den Mitarbeiter-Wohnungen kann sich die SPD auch vorstellen, das Max-Planck-Institut für Psychiatrie auf dem Areal anzusiedeln. Dieses will sich offenbar vergrößern und seine Wohnungen in der benachbarten Kraepelinstraße abreißen. Das Klinik-Areal würde sich gut für die Werkswohnungen eignen, schreibt die SPD. Der Antrag liegt nun der Verwaltung vor.

tz

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