Es ging um eine pikante Sex-Affäre / Er selbst bestreitet jede Schuld

Skandal-Priester darf jetzt in Perlach arbeiten

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Die barocke Pfarrkirche St. Michael in Perlach: Hier und im nahen Caritas-Altenheim darf der suspendierte Pfarrer seit 1. November Gottesdienste halten

Pfarrkirche St. Michael, Altperlach. Mehr als 150 Gläubige sind um 11 Uhr zum Gottesdienst gekommen, den eigentlich der neue Seelsorger halten soll.

Doch der lässt sich an diesem Tag im November 2008 vertreten. Der mutmaßliche Grund: Er ist in einen pikanten Skandal verwickelt. Als Vizechef des Priesterseminars im österreichischen St. Pölten soll er Studenten geliebt und wilde Sexpartys gefeiert haben. Durch das Magazin Der Spiegel wurde am Wochenende bekannt, dass er wieder als Geistlicher arbeitet. Ausgerechnet in unserer Diözese!

Der Priester war 2004 aller Ämter enthoben worden. Seit 1. November aber darf er Messen im Perlacher Altenheim St. Michael sowie in der barocken Pfarrkirche halten. Gemeindepfarrer Christian Penzkofer zur tz, erklärt, der Seelsorger "wurde offiziell unserer Pfarrei zugewiesen.“ Er wisse keinen Grund für einen Vorbehalt gegen den Gottesmann. „Wie soll ich nach wenigen Wochen einen Menschen bewerten können?“ Zudem sei er prinzipiell „froh über jeden zusätzlichen Seelsorger“.

Anscheinend war die Pfarrgemeinde nicht über all die Details informiert! Über einen Skandal, der Kirche und Gläubige weit über die Grenzen Österreichs hinaus erschüttert hat. Fakt ist: Es gibt Fotos, die ihn angeblich beim Zungenkuss mit einem Priesterschüler zeigen. Bei einer Weihnachtsfeier soll dies geschehen sein. Zudem fand die Polizei tausende Kinderporno-Dateien auf Computern des Seminars. Es konnte aber nicht geklärt werden, wer die Bilder gespeichert hatte.

Der damalige Bischof Kurt Krenn sprach von „Buben-Dummheiten“ und musste später seinen Stuhl räumen.

Fakt ist aber auch: Der Seelsorger hatte die Sexaffäre immer bestritten. Er erklärte: „Weder haben die Verfehlungen je stattgefunden, noch entsprechen die übrigen Anschuldigungen auch nur ansatzweise der Wahrheit.“

„Ach, lasst’s den armen Mann doch in Ruh’“, sagte am Sonntag eine Schwester im Altenheim St. Michael. Pfarrer Penzkofer verwies ans Ordinariat. Dort war am Sonntag niemand zu erreichen. Dem Spiegel hatte Sprecher Winfried Röhmel nur mitgeteilt, dass man „diese Personalfrage“ gewissenhaft recherchieren müsse.

Seltsam: Noch im Frühjahr hatte der Vatikan die Suspendierung des Skandal-Priesters bestätigt…

det.

Quelle: tz

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