Münchnerin entlarvt Handel

So retteten Tierschützer und Polizei Welpe Hugo

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Tierschützerin Melanie V. und die drei Polizisten, die sie begleiteten, wissen, dass der Hund höchstwahrscheinlich Geschwister hat.

Welpenhandel ist ein großes Problem. Eine Münchnerin hat jetzt mithilfe der Polizei ein illegales Angebot entlarvt. So rettete Melanie V. den Welpen Hugo.

München - Dieser Blick – zum Steinerweichen: Ein erst wenige Wochen alter Bichon-Havaneser-Welpe namens Hugo ist das jüngste Münchner Opfer der Welpenmafia. Der kleine Hund hatte Glück: Tierschützerin Melanie V. (23) vom Münchner Tierschutzverein befreite ihn zusammen mit der Polizei aus den Händen gewissenloser Händler.

Seitdem Tierschützer sich immer wieder als Scheinkäufer ausgeben und die Welpen dann mithilfe der Polizei beschlagnahmen lassen, hat die Hundemafia offensichtlich reagiert. Immer öfter schicken die Drahtzieher Frauen und Männer ohne festen Wohnsitz in Deutschland vor, die die Hunde einzeln auf Parkplätzen und Straßen anbieten. Wo die Tiere herkommen, lässt sich kaum nachvollziehen.

Hugo wurde gerettet.

So war es auch mit Hugo, der zum Spottpreis von 250 Euro auf Ebay angeboten wurde. Der Preis ließ ahnen, dass hier was nicht stimmt. Denn Havaneser-Welpen aus seriösen Zuchten kosten üblicherweise ab 1100 Euro aufwärts. Als Verkäuferin fungierte in diesem Fall eine rumänische Touristin (38) in Begleitung eines Mannes (38). 

Hund wurde beschlagnahmt und sitzt nun in Quarantäne

Mit ihnen traf sich Melanie V. am Pfingstmontag um 16 Uhr an der Charles-de-Gaulle-Straße in Neuperlach. Begleitet wurde sie von drei Beamten der Polizeiinspektion 24 Neuperlach. Die Verkäuferin behauptete, Hugo sei ein unbedachtes Geburtstagsgeschenk ihres Freundes gewesen. Nicht zu widerlegen, aber auch nicht glaubwürdig. Mit acht Wochen ist Hugo zu klein, um gegen Tollwut geimpft zu sein. Der Impfpass jedenfalls wies Lücken auf. Folge: Der Hund wurde beschlagnahmt und sitzt nun in Quarantäne.

Die Frau wurde wegen illegaler Einfuhr des Hundes ins Bundesgebiet angezeigt. Hugo ist damit vorerst gerettet. Dass die Rumänen ihn wieder abholen und die hohen Kosten bezahlen werden, ist unwahrscheinlich. Ob der Kleine auch über den Berg ist, wird sich zeigen: „Wir erleben bei diesen Welpen aus illegalen Zuchten immer wieder, dass sie massiv unter Antibiotika gesetzt werden und dann nach einigen Tagen schwer krank zusammenbrechen,“ erklärte Judith Brettmeister, Sprecherin der Münchner Tierschutzvereins. Gestern jedenfalls war Hugo noch fit. In der Quarantänestation stand er den ganzen Tag am Gitter und begrüßte freudig seine Pfleger und den Amtstierarzt, der ihn untersuchte.

Dauer-Problem Welpenhandel

Welpenhandel ist ein anhaltendes Problem, über das wir immer wieder berichten. Erst Anfang Mai entlarvten Münchner Tierschützer Welpenhändler. Damals eskalierte die Situation beinahe. Obwohl bekannt ist, dass die Polizei dort Ware kontrolliert, wurden sogar auf dem Riesen-Flohmarkt in München Welpen-Händler erwischt. Und auch außerhalb Münchnes gibt es Fälle: Lesen Sie hier: Welpenhandel im Hinterhof - Tierschützerin wollte nur das Beste für die Tiere. Worauf man beim Welpen-Kauf achten muss hingegen, hat uns das Tierheim erklärt.

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