Linkin-Park-Sänger Chester Bennington ist tot

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Frau verzockt das Geld der Stadt

Mitarbeiterin prellt Sozialamt um 400.000 Euro

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Das Sozialbürgerhaus Ramersdorf/Perlach in der Thomas-Dehler-Straße – hier war Claudia I. (52) zuletzt beschäftigt.

München - Sie fälschte ganze Biographien und machte sich sogar den Tod vieler Münchner zunutze: Doch seit Anfang Februar sitzt die ehemalige Stadt-Angestellte vom Sozialbürgerhaus Ramersdorf/Perlach in Untersuchungshaft!

Nach tz-Informationen soll Claudia I. (52, Name geändert) in 170 Fällen mehr als 400 000 Euro vom städtischen auf ihr eigenes Konto überwiesen haben. Motiv: Spielsucht!

Auf ihrem Internet-Profil prahlt die geschiedene Verwaltungsfachwirtin, die zuletzt am Tegernsee wohnte, mit traumhaften Urlaubsfotos. Selbst ihre nahen Bekannten wunderten sich, wie sie sich die teuren Reisen – unter anderem eine Expedition am Nil – überhaupt leisten konnte. Erst seit die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen hat, kommt langsam Licht ins Dunkel. „Wir führen ein Verfahren wegen des Verdachts der Untreue. Es steht im Raum, dass sie über mehrere Jahre hinweg Sozialhilfe für entweder nicht existierende oder bereits verstorbene Bürger an sich selbst überwies. Der Landeshauptstadt ist dabei ein sechsstelliger Betrag als Schaden entstanden“, sagt Thomas Steinkraus-Koch, Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, auf Anfrage der tz.

Claudia I., die mehr als 30 Jahre bei der Stadt beschäftigt war, wurde mittlerweile gefeuert. Der Auflösungsvertrag ist bereits unterschrieben. Aber warum konnte sie im Zeitraum zwischen Januar 2011 und Anfang dieses Jahres schalten und walten, wie sie wollte?

Nach tz-Informationen fielen die häufigen Überweisungen nicht etwa der Stadt, sondern der Bank auf. Sozialreferats-Sprecher Frank Boos: „Es gibt für die Auszahlung von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch XII verschiedene voneinander unabhängige Kontrollsysteme. Diese wurden mit hoher krimineller Energie umgangen. Sie werden nach der Aufdeckung dieses Falls derzeit intensiv überprüft.“

Erst einmal will die Stadt das Strafverfahren abwarten. „Dann werden wir alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um die Schadenssumme wieder beizutreiben“, sagt Boos. Ein Rechtsstreit wird aber wohl gar nicht nötig sein. Denn über ihren Münchner Anwalt Christian Steinberger lässt Claudia I. ausrichten, dass sie die Schulden abstottern will. „Ihr tut das Ganze sehr Leid. Sie war spielsüchtig, hat das Geld immer wieder im Internet und in Casinos verloren und irgendwann den Überblick verloren, wie oft sie in die Kasse gegriffen hat“, sagt Steinberger. Weil derzeit wohl kaum noch Bares da ist, soll Claudia I.’s Eigentumswohnung am Tegernsee als Sicherungsgrundschuld eingetragen werden. Sie selbst muss wohl wegen gewerbsmäßiger Untreue mit mehreren Jahren Gefängnis rechnen.

Sebastian Arbinger

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