Eine „Bettenburg“ soll entstehen 

„Das ist Käfighaltung für Menschen“: Neues Wohnheim in Perlach in der Kritik 

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Direkt neben dem ehemaligen Bürogebäude in der Hofer Straße in Perlach soll ein Hotel (blau) stehen.

Um das geplante Boardinghaus im Perlacher Gewerbegebiet ist ein Streit entbrannt. Die Grünen sind von den Plänen schockiert. Der Bezirksausschuss sieht weitere Probleme auf die Stadt zukommen.

München - Das ist die Kehrseite des Baubooms: Im Gewerbegebiet Perlach soll ein Boardinghaus mit etwa 1100 Betten für auswärtige Bauarbeiter entstehen. Der Bezirksausschuss 16 ist geschockt und fordert vom Stadtrat, das Projekt auf jeden Fall zu verhindern.

„Das ist Käfighaltung für Menschen!“, schimpft Christian Smolka, Sprecher der Perlacher Grünen. Das seit Jahren leer stehende AOK-Bürogebäude an der Hofer Straße wurde Anfang des Jahres an einen privaten Investor verkauft, der es nun umbauen und als Arbeiterwohnheim verwerten will. Hier sollen Bauarbeiter und Monteure unterkommen, die ein paar Wochen in München tätig sind. Die im Schnitt 20 bis 25 Quadratmeter großen Zimmer sollen mit Stockbetten ausgestattet und mit vier bis sechs Personen belegt werden. Fakt ist: Es gibt bereits einen rechtskräftigen Bauvorbescheid für ein Boardinghaus. So kann mit dem Gebäude relativ schnell Profit gemacht werden. Zusätzlich soll westlich des Gebäudes noch ein Low-Budget-Hotel mit 250 Betten in circa 90 Zimmern entstehen.

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Bis auf den Zimmerpreis unterscheide sich diese Nutzung kaum vom Boardinghaus nebenan, so Wolfgang Thalmeir (CSU), Sprecher des BA-Planungsausschusses. Eine solche „Bettenburg“ verursache Probleme. Zum Beispiel gebe es mehr Autoverkehr. Und: In der Hofer Straße gibt es bereits Rotlicht-Betriebe. „Das wird ein absolutes Konjunkturprogramm für die ansässigen Vergnügungsstätten“, so Thalmeir. Dabei hat man in direkter Nachbarschaft Wohnbebauung, Sportanlagen und ein Gymnasium.

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Carmen Ick-Dietl

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