Trauer um Schlager-Star und Ex-Dschungelcamper Gunter Gabriel

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Zwischen Giesing und Ramersdorf

„BalanDeli“: Ein Wohnzimmer für den Campus

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Stolze Gründerinnen: Monika Nadler (li.) und Christine Hitzer haben das Tagescafé „BalanDeli“ auf die Beine gestellt. Die beiden beschäftigen auch Menschen mit Behinderung, um ihnen den Einstieg ins Arbeitsleben zu ebnen.

Das Tagescafé „BalanDeli“ auf dem Gewerbegelände an der Balanstraße beschäftigt auch Menschen mit Behinderung. 

München - 4500 Menschen lernen und arbeiten auf dem modernen Büro- und Gewerbegelände „Neue Balan“ an der Schnittschnelle zwischen Giesing und Ramersdorf. Um die gastronomische Versorgung war es hier jedoch lange Zeit nicht allzu üppig bestellt. Zwar betreibt TV-Koch Holger Stromberg in einer alten Werkshalle sein Tagesrestaurant „Kutchiin“ – das bietet allerdings gehobene Küche und hat nicht immer geöffnet, denn der Koch nutzt die Räume gerne mal für lukrative Events. Seit Januar ist das Gelände nun um ein hübsches Tagescafé reicher: Das „BalanDeli“ soll „das Wohnzimmer vom Campus“ werden, wünscht sich Gründerin Monika Nadler.

Das Lokal bietet rund 40 Gästen Platz. Im Sommer sollen weitere 40 Plätze auf der Terrasse im Innenhof hinzukommen, mit Blick auf den Gemeinschafts-Pool. Zur Mittagszeit ist das „BalanDeli“ schon nach wenigen Wochen gut besucht, die Menschen aus den umliegenden Gebäuden bekommen mediterran angehauchte Speisen serviert. Auf der Mittagskarte stehen Montag bis Freitag von 11.30 bis 14.30 Uhr jeweils zwei Gerichte zur Auswahl, eines davon immer vegetarisch. Hinzu kommen die Gerichte von der Wochenkarte, etwa Kürbisravioli mit Mohnbutter (7,50 Euro). Bei Frauen beliebt: Das „leichte Mittagsmenü“, bestehend aus einem kleinen Salat und einer kleinen Suppe für sechs Euro.

Was man auf den ersten Blick nicht bemerkt: In dem Tagescafé arbeiten auch Menschen mit Behinderung. Denn Monika Nadler und ihre Mitgründerinnen Christine Hitzer und Tina Schmitz sind alle drei eng mit der Integrativen Montessori-Schule verbunden, die auch auf dem Gelände beheimatet ist. Nadler und Schmitz haben die Schule gegründet, Hitzer sitzt im Vorstand des Fördervereins. „Wir erleben, dass das integrative Schulleben wunderbar funktioniert“, sagt Monika Nadler. „Aber wo geht es danach für die Leute mit Beeinträchtigung hin?“ Oft landeten sie in Behindertenwerkstätten – dabei könne auch die Gastronomie den Menschen Türen öffnen. „Wir wollten Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen“, erklärt Christine Hitzer die Idee hinter dem Café.

Da kamen die Räume in Haus 31 gelegen, die seit der Fertigstellung des Neubaus vor einigen Jahren leerstanden. „Wir wollten aber weg vom Teestuben-Image sozialer Einrichtungen“, sagt Hitzer. Also holten sich die Frauen für die Einrichtung professionelle Unterstützung. Das renommierte Münchner Architekturbüro „hildmann wilke“ hat zuletzt etwa die schicken Restaurants „Koi“ und „Rocca Riviera“ am Wittelsbacher Platz gestaltet.

Interior-Designerin Karoline Butzert hat im „BalanDeli“ viel mit gedeckten Farben gearbeitet, heraus stechen die knallroten Beine der Tische und Bänke sowie die großen handgefertigten Stofflampen, die die hohen Decken in Szene setzen.

Bedienung Tijoux jedenfalls ist sichtlich angetan von ihrem neuen Arbeitsplatz. Die 32-Jährige hat bereits eine Ausbildung im integrativen Café „Wohnwerk“ in Neuhausen absolviert und ist bestens gerüstet für ihre Aufgaben. „Es ist schön, wenn viel los ist“, sagt sie mit einem Lächeln. „Dann hat man das Gefühl, dass man gebraucht wird.“

Das „BalanDeli“ an der Balanstraße 73, Haus 31 auf dem Gelände „Neue Balan“, hat Montag bis Freitag von 7.30 bis 18 Uhr geöffnet. Abends und an Wochenenden kann es für Privatveranstaltungen gemietet werden. Telefon: 089/ 22 84 66 49. E-Mail: mahlzeit@balandeli.de

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