Unfalldrama auf dem Ring

Ein Trauerbaum für die toten Brüder

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Links: Die Zeichen der Trauer. Rechts: Thomas (39) und Stefan K. (42) kamen in Ramersdorf bei dem Unfall ums Leben.

München - An jener Stelle in Ramersdorf, an der Thomas (39) und Stefan K. (42) von einem heranrasenden Sattelzug getötet wurden, ist ein Trauerbaum gepflanzt worden.

Dieses Bäumchen ist ein Zeichen der Trauer, aber auch ein Zeichen der Hoffnung: An jener Stelle am Autobahnende in Ramersdorf, an der Thomas (39) und Stefan K. (42) am 13. Dezember von einem heranrasenden Sattelzug getötet wurden, wird im Frühling ein kleiner Ginkgobaum austreiben.

Es muss ein furchtbarer Moment für die beiden Brüder gewesen sein, als auf dem Innsbrucker Ring der Lastzug mit Tempo 65 auf ihren Honda Jazz zuraste. Der rumänische Brummi-Fahrer hatte bei dem nebeligen Wetter das Autobahnende offenbar nicht bemerkt. Die rote Ampel hatte der 50-Jährige zu spät erkannt. Erst rammte der Lastzug einen von links kommenden BMW, dessen Fahrerin (35) zum Glück nur leicht verletzt wurde. Frontal erfasste der 40-Tonner Sekundenbruchteile später den Honda.

Den roten Kleinwagen vor sich herschiebend, landete der Lastzug in der Grünanlage an der Rosenheimer Straße. Dabei wurde ein Baum niedergewalzt, der Sattelzug stürzte um. Die Brüder konnten aus dem völlig zerstörten Honda noch lebend geborgen werden, sie erlagen aber in der Nacht ihren schweren Verletzungen.

Tödlicher Unfall auf dem Innsbrucker Ring

Tödlicher Unfall auf dem Innsbrucker Ring

Wie jeden Freitag hatten die Brüder Schach gespielt, an diesem Abend im Schachclub der Stadtwerke. Stefan K. wollte Thomas zu dessen Wohnung in Unterhaching fahren – er selbst wohnte mit seiner Frau in Neuperlach. Die Brüder seien in der A-Klasse aktiv gewesen, so ein Vorstandsmitglied. „Das waren richtig gute Schachspieler.“

Mit roter Farbe und zittriger Hand hat jemand die Namen der Opfer auf ein weißes Kreuz gemalt, zwischen die Namen ein Herz. Dieses schon zerbrochene Kreuz liegt neben dem Bäumchen.

Ginkgos gibt es schon seit Jahrmillionen, die Bäume gelten als wahre Überlebenskünstler. Einige haben sogar die Atombombe von Hiroshima überlebt.

Ebu

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