Mieterhöhungen in der Ami-Siedlung befürchtet

Verdächtiger Leerstand bereitet Anwohnern Kopfzerbrechen 

In der Ami-Siedlung am Perlacher Forst lässt sich‘s gut leben, erträgliche Mieten inklusive. Doch eine Entwicklung macht den Anwohnern große Sorgen.

Häuserzeilen inmitten großer Grünflächen, viel Platz drumherum und Kaltmieten von 9 bis 10 Euro pro Quadratmeter im Schnitt: So idyllisch sieht’s in der Ami-Siedlung am Perlacher Forst aus. Bisher. Denn die Anwohner am südlichen Stadtrand machen sich Sorgen: 36 Wohnungen in der Anlage stehen leer. Die Frage ist, warum.

Eigentümer der Häuser ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Und mancher Anwohner befürchtet, der Bund wolle mehr Geld einnehmen über neue Mieter. Seit etwa zwei Jahren wohnt Wolfgang K. (58) in der Ami-Siedlung am Fasangarten. „In der Pennstraße stehen große Wohnungen seit Monaten leer“, sagt der Kundenberater einer Softwarefirma. „Das ist auffällig. Ich nehme an, das soll hier eine lukrativeren Vermarktung dienen“, glaubt der 58-Jährige. „Und das, obwohl der Bund doch laut Grundgesetz eine soziale Verantwortung hat!“

Die Ami-Siedlung war 1953 am Perlacher Forst entstanden, nach dem Abzug der Amerikaner 1991 war zunächst die Bundesvermögensverwaltung und dann ab 2005 die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zuständig. In der Ami-Siedlung gehören der BImA 1193 Geschosswohnungen, 35 Doppelhaushälften und drei Einfamilienhäuser.

Viele Anfragen von Wohnungssuchenden

Dass der Bund als Vermieter Wohnungen leer stehen lässt, darüber kann auch Thomas Majer, Chef der Bürgerinitiative Amisiedlung, nur den Kopf schütteln. „Aus eigener Erfahrung als ehemaliger BImA-Mieter weiß ich, dass die Wohnung unter uns über zwei Jahre leer stand und das weder verständlich noch angenehm war, besonders im Winter. Danach wurden etliche Wohnungen in drei Blöcken nicht mehr weitervermietet – und diese sind bis heute leider teilweise leerstehend.“ Weitere Leerstände, so Majer weiter, würden damit begründet, dass man Reserve für Bund-, Land- und Stadt-Bedienstete brauche. „Wir erhalten viele Anfragen von Leuten, die eine Wohnung suchen. Leider ist unser Draht zur BImA in diesem Fall nicht vorhanden.“

Die BImA erklärte auf Anfrage, man habe ursprünglich vorgehabt, mehrere Gebäude abzureißen. „Die Bauvoranfrage wurde von der Stadt allerdings nicht genehmigt. Über die weitere Vorgehensweise ist noch nicht entschieden worden“, heißt es. Zum Leerstand teilte die BImA mit, dass aktuell 36 Geschosswohnungen in der Wohnanlage unbewohnt seien. Dieser Leerstand setze sich wie folgt zusammen: Sechs Wohnungen würden derzeit renoviert. 15 Wohnungen befänden sich in den drei Gebäuden, die abgerissen bzw. saniert werden sollen. 15 Wohnungen seien sofort vermietbar. „Davon ist eine Wohnung bereits anschlussvermietet zum 1. April.“ Die restlichen 14 Wohnungen befänden sich im Gebäude 327, das zum 1. Oktober 2017 nach Grundsanierung fertiggestellt wurde. Eine Vermietung erfolge derzeit über einen Makler.

Zu möglichen Mieterhöhungen heißt es: Nachdem die Bauvoranfrage von der Stadt nicht genehmigt wurde, sei die weitere Vorgehensweise noch unklar. „Insofern kann die BImA auch noch keine Aussage zur Miethöhe nach der Sanierung treffen.“

Leerstand trotz Wohnungsnot. Anwohnerin Sabine P. macht sich Sorgen: „Nach der Sanierung oder eventuell doch Neubau gibt es bei uns keine Mieten mehr unter 13, 14 Euro pro Quadratmeter“, sagt die Betreuerin an einer Schule. Wolfgang K. stimmt zu: „Es ist schon traurig, dass ausgerechnet eine Institution, die dem Staat gehört, nicht zu bezahlbarem Wohnraum in München beiträgt.“

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