Hanns-Seidel-Platz

Viele offene Fragen: Warten aufs neue Kulturzentrum

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Das Bürgerzentrum, entworfen von Architekt Roman Delugan aus Wien, soll dem Hanns-Seidel-Platz ein neues Gesicht geben, im Hintergrund das integrierte Hochhaus an der Thomas-Dehler-Straße.

Das Kulturhaus Neuperlach muss zum Jahresende wegen der Bauarbeiten auf dem Hanns-Seidel-Platz abgerissen werden. Doch wann wird das neue Kultur-Bürgerzentrum realisiert?

München - Auch wenn auf dem Hanns-Seidel-Platz vergangene Woche Spatenstich gefeiert wurde: Letztendlich geht es nur um die geplanten Wohnungsbauten. Die Bürger allerdings sind sehr viel mehr an der Realisierung des Kultur-Bürgerzentrums interessiert, das wurde auf der Bürgerversammlung in Perlach am Donnerstagabend in der Mensa des Schulzentrums Quiddestraße deutlich. „Wie lange sollen wir noch auf den Bau warten?“, fragte der Neuperlacher Ulrich Höhnberg bei Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) nach, die die Versammlung leitete.

Der Bezirksausschuss-Vorsitzende Thomas Kauer (CSU) hatte zuvor erklärt, der „zentralste Parkplatz Neuperlachs“ werde nun Zug um Zug aufgelöst. Man hoffe, dass dabei nach 50 Jahren endlich auch das Kultur-Bürgerhaus entstehen werde. Die Stadt habe mitgeteilt, an der Investorenlösung werde gearbeitet, sagte Kauer. „Bautechnisch und baurechtlich ist es offenbar an der ein oder anderen Stelle noch ein bisschen heikel.“ Als Baubeginn sei derzeit Ende 2020 geplant. Etwas spät, fand Höhnberg. „Dann ist die Wohnbebauung weitgehend fertig und die Baustelle könnte sich störend auswirken.“ Zudem frage er sich, ob ein Neuperlacher Kultur-Bürgerzentrum überhaupt für einen Investor von Interesse sei. „Warum geht man für eine öffentliche Einrichtung auf die Suche nach einem privaten Investor? Was spricht dagegen, dass die Stadt hier selbst baut?“, fragte der Neuperlacher. Ulrich Knauer, Vorstand des Kulturträgervereins Pepper, erklärte, er könne an den für das Jahr 2020 angekündigten Baubeginn nicht so recht glauben. Als Indiz nannte er den Zehn-Jahres-Vertrag, den die Stadt für Ersatzräume an der Albert-Schweitzer-Straße abgeschlossen habe. Denn das Kulturhaus Neuperlach muss zum Jahresende wegen der Bauarbeiten auf dem Hanns-Seidel-Platz abgerissen werden.

Man hangle sich seit Jahrzehnten von Provisorium zu Provisorium, schimpfte Bezirksausschuss-Chef Thomas Kauer. Als „Mahnmal für Stadtverwaltung und Politik“ möchte er gerne, dass die mit dem Graffiti-Schriftzug „Promises“ (Versprechen) bemalte Wand des Kulturhauses bis zum Baubeginn des versprochenen Festbaus stehen gelassen wird.

Carmen Ick-Dietl

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