1. tz
  2. München
  3. Stadt

Rammstein-Konzert in München: „Meistbeachtetes Silvester-Event der Welt“ abgesagt

Erstellt:

Von: Sascha Karowski

Kommentare

Rammstein sollte auf der Theresienwiese in München ein vielbeachtetes Silvester-Konzert spielen. Der Veranstalter hat das Event nun abgesagt.

München – Till Lindemann singt in dem Lied „Du hast“ folgende Zeilen: „Du hast mich gefragt, und ich hab’ nichts gesagt!“ Und so ähnlich ist es nun gekommen – allerdings anders, als erwartet. Nicht die Stadt, sondern die Agentur Leutgeb hat „Nein“ ge- und das Silvester-Konzert von Rammstein auf der Wiesn am Dienstag überraschend abgesagt. Darüber hatte die tz zuerst online berichtet.

Auf der Theresienwiese (l.) wird Rammstein (r.) an Silvester vor rund 145.000 Zuschauern auftreten.
Auf der Theresienwiese (l.) wollte Rammstein (r.) an Silvester vor rund 145.000 Zuschauern auftreten. © Imago/Imago

Hintergrund war nach tz-Infos ein Gespräch zwischen Vertretern des Kreisverwaltungsreferates, der Polizei, der Feuerwehr sowie einzelner Stadträte. Eingeladen dazu hatte Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU). Der Austausch war angedacht, um ein paar offene Fragen zu klären. Wie Teilnehmer berichten, soll Leutgeb aber vor allem beim KVR und der Polizei eine sehr ablehnende Haltung wahrgenommen haben, woraufhin der Konzertveranstalter sein Angebot für das Silvester-Event zurückgezogen hat. Der Eindruck habe sich verfestigt, dass es eine vorgefertigte Meinung bei den Behörden gab. Leutgeb selbst wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Rammstein-Konzert in München: Absage durch Veranstalter Leutgeb

KVR-Sprecher Tobias Kapfelsberger sagte indes, auch er sei von der Absage überrascht worden. „Wir haben in dem Gespräch das ausgeführt, was wir bereits dem Stadtrat mitgeteilt hatten.“ Die Bedenken hinsichtlich Lärmschutz, Sicherheit und verkehrlicher Anbindung waren tatsächlich mehrfach transportiert worden. „Am Ende des Gesprächs ist uns vom Veranstalter dann mitgeteilt worden, dass die Zeitschiene zu knapp ist, um all das umzusetzen.“

Das sei schon verwunderlich, sagt Grünen-Chef Dominik Krause. „Wir haben bereits vor einer Woche die Bedenken geäußert und gesagt, dass das zu kurzfristig ist.“ Es habe sich nun bestätigt, dass der Veranstalter das auch so sieht.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus München und der Region finden Sie auf tz.de/muenchen.

Leutgeb hatte ein Rammstein-Konzert für 145 000 Besucher auf der Theresienwiese geplant (tz berichtete exklusiv). Die Metal-Band hätte vier Stunden bis Mitternacht spielen sollen. Der Stadtrat hatte am Mittwoch sein Einverständnis signalisiert, allerdings nur für die weitere Planung und unter der Vorgabe, dass Leutgeb belastbare Konzepte in Sachen Sicherheit und Lärmschutz vorlegt.

Rammstein-Konzert in München: Leutgeb sagt „meistbeachtetes Silvester-Event auf der Welt“ ab

CSU-Chef Manuel Pretzl sagte am Dienstag, die Absage sei bedauerlich. „München hat eine große Chance vertan, es wäre das meistbeachtete Silvester-Event auf der Welt gewesen.“ Er könne den Veranstalter aber verstehen, nachdem er von der Verwaltung „öffentlich durch den Kakao“ gezogen worden sei. „Es ist ihm ja signalisiert worden, dass man die Veranstaltung nicht will. Im KVR ist offenbar ein neuer Stil eingezogen, und ich wünsche mir eine Verwaltung, die etwas möglich macht und nicht verhindert.“

SPD-Vize Christian Vorländer sagte derweil, die Entscheidung von Leutgeb verdiene Respekt. „Wir waren der Idee gegenüber aufgeschlossen. Aber es war immer klar, dass der Zeitplan eine große Herausforderung darstellt. Das hat der Veranstalter nun auch gesehen.“ (ska)

Regelmäßig, kostenfrei und immer aktuell: Wir stellen Ihnen alle News und Geschichten aus München zusammen und liefern sie Ihnen frei Haus per Mail in unserem brandneuen München-Newsletter. Melden Sie sich sofort an!

Auch interessant

Kommentare