Ergebnis eindeutig

DNA verrät Randalierer

München/Freising - Nein: Ein 21-Jähriger hat keine Scheibe eingeschlagen, keine Bundespolizistin beleidigt und keinen Widerstand geleistet. Zumindest behauptete er das. Blöd nur, dass an der kaputten Scheibe Blutspuren von ihm zu finden waren.

Wollte ein 21-Jähriger aus dem Münchner Norden die Polizei für dumm verkaufen? Der Verdacht liegt zumindest nahe, ließ der junge Mann doch eine Speichelprobe von sich nehmen und stimmte auch einer DNA-Untersuchung zu. Und dass, obwohl es konkrete Vorwürfe gegen ihn gab.

Wie die Polizei berichtet, befand sich eine 24-jährige Bundespolizistin vom Münchner Hauptbahnhof am 19. September 2011 auf dem Heimweg, als ihr im Treppenaufgang gegen 20.50 Uhr der 21-Jährige entgegenkam.  Dieser hatte einer anderen Person etwas nachgerufen und schlug danach auf gleicher Höhe mit der Bundespolizistin mit seiner rechten Faust auf eine Scheibe am Treppenabgang, die zersprang. Die Bundespolizistin sprach den Unbekannten an und wollte dessen Personalien feststellen. Der junge Mann reagierte äußerst aggressiv, antwortete mit Beleidigungen, widersetzte sich - und flüchtete schließlich.

Durch Fahndung im Nahbereich gelang es Beamten der Polizeiinspektion Freising, dem beschriebenen Tatverdächtigen unter Mithilfe der Taxizentrale einen Spitznamen zuzuordnen. Einige Tage später konnte der Mann ausfindig gemacht werden.

Bei seiner Vernehmung durch Ermittler der Bundespolizei stritt der 21-Jährige die Tat aber rundweg ab, obwohl ihn die Bundespolizistin wiedererkannte. Einer freiwilligen Entnahme von Körperzellen sowie deren molekulargenetischen Untersuchung stimmte der Mann selbstsicher zu.

Er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass die Bundespolizei am Tatort DNA-Spuren des Täters gesichert hatte. Am Boden waren Blutspuren vorhanden, weil sich der Täter beim Schlag in die Scheibe an der Hand verletzt hatte, an der gesprungenen Scheibe zudem Hautanhaftungen.  Diese Spuren am Tatort sind zweifelsfrei dem 21-Jährigen zuzuordnen. Der Münchner war der Täter.

Der Mann muss sich nun wegen Sachbeschädigung, Beleidigung sowie Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.

mm 

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Kommentare