Raser-Kontrolle am Ring

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Eingespieltes Team: Polizeihauptmeisterin Stefanie Rödig misst die Geschwindigkeit, ihr Kollege Markus Brummer zieht die Bleifuß-Enthusiasten aus dem Verkehr.

München - Erlaubt sind an der Mega-Baustelle am Luise-Kiesselbach-Platz nur 40 Stundenkilometer. Doch daran hält sich fast niemand, wie eine Raser-Kontrolle zeigt.

Gleich einer der ersten ist ein ganz dicker Fisch. Mit 72 Stundenkilometern donnert der schwarze BMW über die Rumpelpiste der Baustelle am Luise-Kiesselbach-Platz. Erlaubt sind gerade mal 40.

Markus Brummer springt auf die dreispurige Straße, Autos und Lastwagen rauschen an ihm vorbei. Mit der rechten Hand reckt der Polizeiobermeister die Kelle in die Luft, mit der linken deutet er auf den BMW-Fahrer. Das Zeichen ist unmissverständlich: Polizei! Anhalten! So geht das im Minutentakt an diesem Vormittag auf dem Mittleren Ring. Wieder einmal sind die Beamten der Polizeiinspektion 15 ausgerückt, um Jagd auf Raser zumachen. „Gerade in der Baustelle rund um den Luise-Kiesselbach-Platz registrieren wir sehr viele Verstöße“, erklärt Polizeihauptmeisterin Stefanie Rödig gegenüber Hallo München.

Denn an die erlaubten 40 Stundenkilometer halten sich die wenigsten. Aber nicht nur am Ring, auch auf den anderen Durchgangsstraßen im Viertel herrscht oft der Bleifuß. An zwölf Stellen messen die Beamten regelmäßig, und ziehen Vollgas-Enthusiasten aus dem Verkehr.

Ihr wichtigstes Instrument im Kampf gegen die Raser ist die Laserpistole. Ein Blick durch das über 5000 Euro teure Gerät verrät Stefanie Rödig, wie schnell die Autos und Laster unterwegs sind. Und mit dem auf bis zu einem Kilometer gestochen scharfen Bild können die Beamten auch Handy- und Gurtsünder überführen. Sowie den Fahrer eines roten 32-Tonners.

Wieder springt Markus Brummer auf die Fahrbahn. Doch anstatt in die Höglwörther Straße abzubiegen, wo der Kontrolltrupp wartet, bleibt der riesige Lkw einfach auf dem Ring stehen. Erst nach lautstarker Aufforderung setzt der Kipper zurück und rollt Richtung Kontrollpunkt. „Manchmal“, sagt der 33-Jährige, „wird’s richtig gefährlich. Nicht erst einmal musste sich der Ordnungshüter durch einen Sprung zur Seite retten.

Doch längst nicht jeder, der auf Münchens Straßen unterwegs ist, sei es zu Fuß, mit dem Radl oder motorisiert, reagiert dermaßen schnell. Insgesamt 51 282 Mal hat es 2011 auf Münchens Straßen gekracht. 508 Mal, weil Autofahrer die Straße mit einer Rennstrecke verwechselt haben.

Deshalb stehen Polizeihauptmeisterin Stefanie Rödig und ihre Kollegen regelmäßig am Straßenrand, ziehen Raser aus dem Verkehr, schreiben Verwarnungen und hören sich manchmal hanebüchene Ausreden an. Der Drang der Blase, oder das schreiende Kind sind die Klassiker.

Doch es gibt auch Highlights. „Im Jahr 1995 haben wir den Fahrer eines Leichenwagens mit 92 Sachen auf der Albert-Roßhaupter-Straße angehalten“, erzählt einer der Kontrollbeamten. Die Begründung für die rasante Fahrt: „Meinem Fahrgast hat’s so pressiert.“

Tobias Gehre

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