Gegen Grüne

Rassismus? MVG stellt sich vor U-Bahnwache

Rassismus Gewalt U-Bahnwache München
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Nach Rassismus- und Gewaltvorwürfen der Münchner Grünen stellt sich die Münchner Verkehrsgesellschaft  MVG vor Mitarbeiter ihrer U-Bahnwache.

München - Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nimmt ihre U-Bahnwache in Schutz. Die Grünen hatten deren Mitarbeitern Rassismus und verbale Gewalt vorgeworfen. Die MVG betont: An den Vorwürfen ist nichts dran - und erwartet eine Entschuldigung.

"Die Ende November erhobenen Rassismus- und Gewaltvorwürfe gegen Mitarbeiter der U-Bahnwache haben sich nicht bestätigt", heißt es in einer MVG-Pressemitteilung vom Freitag. Denn nach wie vor seien keine konkreten und damit überprüfbaren Vorfälle bekannt. Nun geht die MVG in die Offensive und fordert: "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Geschäftsführung und Gesellschafter der U-Bahnwache sind empört über die leichtfertige Rufschädigung und erwarten eine öffentliche Entschuldigung."

Ein ehemaliger Angestellter der U-Bahnwache hatte sich Ende November an die Münchner Grünen gewandt und von gewalttätigen Übergriffen und rassistischen Beleidigungen berichtet. Stadträtin Lydia Dietrich brachte die Vorwürfe an die Öffentlichkeit: "Immer wieder erreichen uns Informationen über rassistische Entgleisungen und ein von verbaler Gewalt geprägtes Betriebsklima bei der U-Bahn-Wache", schrieb sie in einer entsprechenden Anfrage an Oberbürgermeister Christian Ude (SPD).

Münchens schönste U-Bahnhöfe

U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Unter Münchens Erde liegen zahlreiche Schmuckstücke. Sehen Sie hier die schönsten U-Bahnhöfe der Stadt. © Bodmer
Der brandneue U-Bahnhof Münchner Freiheit strahlt nach der 20-monatigen Umbauphase in neuen Farben (U 6). © Schlaf
Ein faszinierend helles Stück „Münchner Freiheit“: Der Münchner "Lichtpapst" Ingo Maurer hat der U-Bahnstation mit seiner Farb- und Lichtgestaltung und den Deckenspiegeln Leben eingehaucht. © Schlaf
Transparenz, Offenheit, Freundlichkeit – das ist der neue U-Bahnhof Münchner Freiheit. © Schlaf
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Farbenfroh, freundlich und großzügig: Der Georg-Brauchle-Ring (U 1). © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Die U-Bahn-Station ist nach dem ehemaligen zweiten Bürgermeister Münchens, Georg Brauchle (CSU, 1915 – 1968) benannt. © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Absoluter Hingucker sind die Wandflächen, die der renommierte Künstler Franz Ackermann gestaltet hat. © Schlaf
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Vielleicht der geheimnisvollste Ort im Münchner U-Bahnnetz: der U-Bahnhof Westfriedhof (U 1). © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Die 3,80 Meter breiten Lampenschirme und die Beleuchtung stammen von Lichtdesigner Ingo Maurer, der auch die neue Münchner Freiheit konzipiert hat. © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Spektralfarben satt und Glasschutz vor den lebenswichtigen Säulen und dunklere Farben Richtung Tunnel: der Candidplatz in Giesing (U 1). © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Es ist nur ein Detail an einer Wand der Station: ein kleiner Schmetterling, auf den Flügeln steht „R. Knoll“ und „A. Wagner“. Dies sind die Namen der beiden Gestalter der Bahnsteigwände. © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Die Säulen der Station sind übrigens lebenswichtig: Der Bahnsteig, der in einer Kurve liegt, muss den Verkehrs- und Erddruck der Oberfläche aushalten – hier kreuzt auch die Candid­brücke am Mittleren Ring. © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Eine faszinierende Mischung aus Hell und Dunkel, eine atemberaubende Architektur – und ein kühnes Konstrukt, durch das Tageslicht in den Schacht fällt: Das ist der U-Bahnhof St.-Quirin-Platz (U1). © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Wenn man die Rolltreppe nach oben fährt, ist die muschelförmige Glaskuppel zu sehen, die den Blick auf einen Park öffnet. © Bodmer
Auch ein Schmuckstück in Münchens Untergrund: Der U-Bahnhof Dülferstraße (U 2). © Bodmer
Die farbenfrohe Wandgestaltung ist von der Münchner Künstlerin Ricarda Dietz, die hohen Rundbögen und die "Orgelpfeiffen" an den Säulen erinnern an eine Kirche. © Bodmer
Auf dem Weg nach oben grüßen die bayerischen Farben. © Bodmer
Die mächtigen Schwingen der Station „Am Hart“ erinnert an einen Windkanal. © Bodmer
Mit seiner blau-weißen Farbgebung verweist die Station auch auf das, was an der Oberfläche ist: dem Forschungs- und Technologiezentrum von BMW. © Bodmer
Der U-Bahnhof "Am Hart" wurde 1993 eröffnet. Geplant wurde er von Hilmer + Sattler und ­dem U-Bahn-Referat. © Bodmer
Die U-Bahnstation "Hasenbergl" (U 2). © Bodmer
Wie ein langes Segel wirkt die Deckenverzierung auf den Betrachter – und vermittelt somit leise: „Wo soll’s hingehen?“ © dpa
Der Bahnsteig hat keine Säulen und ist relativ hoch, der graue Granitbelag wird durch dreieckige Muster aufgelockert und gleichzeitig aufgepeppt. © Bodmer
Es mag schönere, spektakulärere und interessantere Bahnhöfe geben als den in Thalkirchen – aber sagen Sie das mal Kindern! © Bodmer
Die allermeisten werden diese Station zum Lieblingsbahnhof erklären. Und dafür sorgen die Wandbilder von Ricarda Dietz, die am Wochenende aus Tausenden Kinderkehlen ausgiebig kommentiert werden („Elefant! Giraffe!“). © Bodmer
„In keinem Bahnhof sonst wird so klar und deutlich auf die Attraktion an der Oberfläche hingewiesen wie hier in Thalkirchen“, sagt Architektin Cornelia Dissing. Eben auf den Tierpark. © Bodmer
Überhaupt besticht der Ort durch seine Helligkeit und Klarheit. Keine Säulen stören Weg und Blick, nur wenige Bänke behindern die freie Kinderwagenfahrt für frohe Babys. „Es ist ein sehr freundlicher Bahnhof, auch wegen seiner harmonischen Farbgebung“, beobachtet Dissing. © Bodmer
Klarheit ist bei Zweckbauten wichtig. So wie hier: Wo der Ausgang Richtung Tierpark ist, gibt die mächtige, angenehm flache Rampe vor. „An den Rampenwänden mussten andere, unempfindlichere Platten und Materialien verwendet werden als an der Rückwand des Bahnsteiges, da er anfälliger ist. Somit haben die Tiermotive auch ein anderes Erscheinungsbild.“ Wird den Kindern ziemlich egal sein – Hauptsache, hier geht’s weiter mit den Tieren! Gleich sind wir im Zoo! © Bodmer
Die „grüne Lunge“ Münchens im Untergeschoß: Der U4-Bahnhof Böhmerwaldplatz erinnert an einen Wald. © Bodmer
Der Bahnhof wurde am 27. Oktober 1988 eröffnet und strahlt eine besondere Harmonie aus. © Bodmer
Nur ganz am Ende des Bahnsteigs, zum Nebenausgang hin und hinter der Rolltreppe, findet doch noch ein kleines Waldsterben statt: Die armen, weitgehend unbemerkten Säulen sind klein, dürr, fast weiß. Aber wer steht schon so weit hinten im Wald? © Bodmer
Das 15. Wiesn-Zelt: Die U-Bahnstation Theresienwiese U4/U5. © Bodmer
Die Station ­gibt sich ganz Münchnerisch in Gelb und Schwarz – zudem erinnert die Konstruktion an ein Oktoberfestzelt. © Bodmer
Eines von Ricarda Dietz’ Wandbildern – sie stellen typische Szenen auf der Wiesn dar. © Bodmer

Dominik Krause, Vorsitzender der Grünen Jugend, setzte den Vorwürfen in einem Presetext noch eins drauf. Darin bezeichnete er Mitarbeiter der U-Bahnwache als "verhinderte Rambos, [...] die gerne Pistolen zur Schau stellen“.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte die MVG versichert, diese zu prüfen, aber schon damals betont: "Bis dato ist [...] keine Beschwerde bekannt, die sich als begründet herausgestellt hätte."

Daran hat sich laut MVG auch einen Monat später nichts geändert. Mehr noch: Sämtliche Vorwürfe hätten sich als aus der Luft gegriffen erwiesen. "Die Geschäftsführung der Münchner U-Bahnbewachungsgesellschaft (MUG) hatte Frau Dietrich und Herrn Krause daraufhin gebeten, konkrete Vorfälle zu nennen, um eine sofortige Überprüfung und Aufklärung zu ermöglichen. Die U-Bahnwache selbst kennt bis heute keine Vorwürfe, die sich als zutreffend erwiesen hätten."

Rainer Cohrs, Geschäftsführer der Münchner U-Bahnbewachungsgesellschaft (MUG) hält den Grünen nun vor, sich zum Lautsprecher für anonyme und ziemlich fragwürdige Aussagen gemacht zu haben. "Bis heute liegen uns aber keinerlei belastbaren bzw. prüfbaren Hinweise darauf vor, dass es zu entsprechenden Verfehlungen gekommen ist. Auch unsere Nachfrage bei den Grünen erbrachte keine neuen Erkenntnisse. Konkrete und greifbare Vorfälle konnten nicht benannt werden. Die anonym vorgebrachten und noch dazu äußerst nebulösen Aussagen eines ehemaligen Mitarbeiters bleiben daher substanzlos."

Ähnlich äußert sich laut Pressemitteilung auch der für die U-Bahnwache zuständige MVG-Betriebsrat: "Blumige Erzählungen aus dubioser Quelle wurden offenbar für bare Münze genommen, ohne deren Wahrheitsgehalt kritisch zu hinterfragen oder an der Wirklichkeit zu messen. [...] Leichtfertig wurde der gute Ruf der U-Bahnwache beschädigt."

Auch der Betriebsrat will die Rassismus- und Gewaltvorwürfe nicht auf sich beruhen lassen. An die Adresse der Grünen heißt es: "Wir halten daher eine öffentliche Entschuldigung für angemessen."

Wende im Fall einer 52-jährigen Zugbegleiterin, die eine Gruppe Afrikaner im August 2018 rassistisch beleidigt haben soll: Die Frau kommt ohne Strafe davon.

fro

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