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Rathaus München: Personalkarussell in Fahrt - Referent Alexander Dietrich muss gehen

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Von: Sascha Karowski

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Personal- und Organisationsreferent Alexander Dietrich muss das Rathaus verlassen.
Personal- und Organisationsreferent Alexander Dietrich muss das Rathaus verlassen. © Sigi Jantz

Im Rathaus kommt das Personalkarussell allmählich in Fahrt. Denn im Sommer müssen turnusgemäß vier Referenten gewählt werden. Nach Informationen unserer Zeitung steht bereits fest, dass Personalreferent Alexander Dietrich (CSU) das Feld räumen muss. Die SPD will einen Genossen installieren.

München - Das große Reformpaket geht einstimmig durch den Stadtrat. Geplant ist, das Personalreferat zu modernisieren. Unter dem Begriff „neoHR“ werden Doppelstrukturen abgebaut, Schnittstellen reduziert und Prozesse effizienter gestaltet. Wer bei dieser Umstellung alsbald keine Rolle mehr spielen wird, ist der Chef. Personal- und Organisationsreferent Alexander Dietrich (CSU) wird keine zweite Amtszeit erhalten. Nach Informationen unserer Zeitung soll der bisherige Stadtdirektor im Kreisverwaltungsreferat, Andreas Mickisch (SPD), Dietrichs Posten übernehmen. Darauf hat sich die SPD verständigt. Die hat das Vorschlagsrecht für die Stelle. Die Entscheidung allerdings sorgt auch parteiintern für Misstöne.

München: Einige Genossen hätten den CSU-Referenten gern behalten

Denn wie zu erfahren war, gab es durchaus führende Genossen, die sich für Dietrichs Verbleib stark gemacht haben. Denn die Zusammenarbeit mit dem 46-Jährigen sei gut gewesen, sagen nicht nur Genossen, auch die Grünen hätten sich offenbar vorstellen können, Dietrich zu behalten. „Er hat ja einen guten Job gemacht.“ Doch die Fürsprecher seien letztlich am Widerstand aus der SPD gescheitert, heißt es weiter. „Es war die Erwartungshaltung der Partei, dass man jemanden mit sozialdemokratischem Hintergrund nimmt“, sagt ein Genosse. Dietrich sagte am Montag auf Anfrage: „Ich bedauere die Entscheidung. Ich stünde für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Wie es im Sinne der Stadt sein kann, mitten in der Reform den Referenten nur wegen des Parteibuchs auszutauschen, muss jetzt die SPD erklären. Ich bin gespannt.“ Zu seiner Zukunft nach dem Sommer will er sich nicht äußern, bei der CSU heißt es aber, dass Dietrich im Wahlkreis Moosach für den Landtag kandidieren könnte.

Das richtige Parteibuch hat indes der 49-jährige Mickisch. Er ist Mitglied der SPD, Jurist, hat bereits im Personal- und Organisationsreferat gearbeitet und war zudem Büroleiter des Oberbürgermeisters. Neben ihm gab es sowohl externe Bewerber als auch Kandidaten aus der Stadtspitze, dem Vernehmen nach zählten beispielsweise SPD-Vize Christian Vorländer oder Kulturreferent Anton Biebl dazu. Doch unabhängig von der unbestrittenen fachlichen Qualifikation gibt es weitere Stimmen in der SPD, die Mickisch lieber im KVR behalten hätten. Das hat strategische Gründe. Denn auch dort steht ein Wechsel an, KVR-Chef Thomas Böhle (SPD) geht in Rente, für den neuen Referenten haben die Grünen das Vorschlagsrecht. Die würden mit der Rochade von Mickisch dann auch gleich den Stadtdirektorenposten, also den Stellvertreter des Referenten, neu besetzen. Nicht wenige Genossen befürchten, damit die Verbindung zur Referatsspitze zu verlieren.

München: Nachfolge-Suche für das KVR auf der Zielgeraden

Die Grünen sind derweil noch nicht ganz so weit mit den personellen Entscheidungen. Man sei aber auf der Zielgeraden – zumindest beim Kreisverwaltungsreferat. Dem Vernehmen nach gibt es neben einigen externen Bewerbern offenbar derzeit „zwei aussichtsreiche Kandidatinnen“. Viele Bewerbungen „auch aus dem deutschsprachigen“ Ausland seien überdies für den Posten als Baureferent eingegangen, denn Amtsinhaberin Rosemarie Hingerl geht ebenfalls in Rente. Unstrittig derweil ist das Sozialreferat. Da hat ebenfalls die SPD das Vorschlagsrecht. Und Referentin Dorothee Schiwy wird eine zweite Amtszeit erhalten. Die hat aber auch ein SPD-Parteibuch.

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