Wie die Maßnahme begründet wird

Ratten an der Isar: Stadt legt Gift aus

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Zettel warnen vor Giftködern

München - Seit über 1000 Jahren gehören diese Nager zur menschlichen Zivilisation: Ratten. Weil sich die Krankheitsüberträger an der Isar stark vermehrt haben, hat die Stadt dort Giftköder ausgelegt.

Spaziergängern fallen derzeit die gelben Zettel an den Bäumen am Muffatwerk auf: Warnhinweise auf die Köder. Das Gift steckt in Blechkisten und ist für Hunde nicht zugänglich. Und auch Kinder sollen vor den Ködern sicher sein, beteuert Katrin Zettler, Sprecherin des Referates für Umwelt und Gesundheit: „Selbst wenn es Kindern gelingen sollte, den Giftköder herauszunehmen und in den Mund zu nehmen, würden sie ihn sofort ausspucken, weil das Mittel einen Würgereiz hervorruft.“ Diesen Würgereiz haben Ratten nicht, sie schlucken das Zeug. Zettler: „Der Giftköder, der die Tiere schmerzlos einschlafen lässt, wirkt verzögert.“ Ratten schicken immer ein Tier als Vorkoster, bevor alle davon fressen.

Wieso man die Nager bekämpft? Zettler: „Sie gelten als Krankheitsüberträger. Darum muss man ihre Population niedrig halten, damit sie nicht in Lebensmittel lagernde oder verarbeitende Betriebe und in Haushalte eindringen.“

Eine Rathaus-Anfrage von CSU-Stadrat Richard Quaas hatte kürzlich zu Tage gebracht, dass die Gesamtpopulation der Ratten im Stadtgebiet um zehn bis 20 Prozent schwanke. Ihre bevorzugten Reviere: die Bahnhöfe, die Altstadt mit Stachus, Sendlinger-Tor-Platz und altem botanischem Garten, die Parks in Pasing, Nymphenburg, die Maximiliansanlagen sowie der Englische Garten. Auch an der Allianz Arena, auf Campingplätzen und im Euro-Industriepark halten sich die Tiere auf.

Ebenfalls betroffen: Gewässer wie Biedersteiner Kanal, Wenzbach, Hinterbrühler, Feldmochinger, Lerchenauer, Messe- und Fasaneriesee, Schwarze Lacke, Maria-Einsiedel-Bach, Garchinger und Feldmochinger Mühlbach, Freibadbächl, Schwabinger und Eisbach – sowie die Isar. Zettler: „Bei den Tieren handelt es sich um Wanderratten, die an den Ufern gut Unterschlupf finden.“ In den Grünanlagen fänden die Nager Nahrungsreste. Das Auftreten der Tiere sei kaum vorhersehbar. Darum kontrollierten drei städtische Mitarbeiter regelmäßig die Anlagen, in denen man mit Rattenbefall rechnen muss. Zettler: „Jetzt fiel den Mitarbeitern der Bestand am Muffatwerk auf.“ Dort, wo jetzt die Köder liegen.

J. Welte

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