Köderboxen locken Nager an

Rattenjagd in der Innenstadt

+
Gleich sieben Köderboxen stehen rund um die Frauenkirche.

München - Seit mehreren Wochen werden am Münchner Domplatz Ratten gejagt. Nur dort? Mitnichten. Denn eine Stadt ohne die lästigen Nager gibt es nicht.

Die Rattenköder wirken. Der Beweis: tote Tiere in der näheren Umgebung.

Die gelben Warnschilder hängen unübersehbar auf Augenhöhe an den Bäumen. Vorsicht Rattenbekämpfung! Auf der Südseite des Doms zwischen Polizeipräsidium, dem neu eröffnetenKlosterwirt und speziell im Bereich des Stufen-Brunnens mit seinen vielen Nischen und Mauerritzen werden zur Zeit Ratten gejagt. Sieben große Köderboxen stehen dort, wo gern erschöpfte Touristen und auch Münchner in der Mittagspause rasten – und allzu oft auch ihren Müll hinterlassen. Ein Paradies für Nager. Seit dem 17. Januar bereits werden am Domplatz Ratten gejagt.

Mit Grausen sahen Passanten in den Tagen danach tote beziehungsweise sterbende Ratten, die am Wegesrand lagen. So etwas sollte eigentlich nicht vorkommen:. „Für die Beseitigung der Kadaver ist die gleiche Schädlingsbekämpfungsfirma zuständig, die in unserem Auftrag auch die Köderboxen aufstellt“, erklärt Katrin Zettler vom städtischen Gesundheitsreferat, das extra drei Rattenkontrolleure beschäftigt.

Die Kontrolleure kennen die Schwerpunkte und gehen Bürgerbeschwerden nach – speziell an den großen Bahnhöfen, in allen Parks und an Picknickplätzen wie am Flaucher. Auch am Hauptbahnhof ist zur Zeit Rattenjagd angesagt.

Die Boxen sind mit einem rosa Köder gefüllt, der die Blutgerinnung der Ratten zersetzt. Die Tiere verbluten. Die Köderkisten bleiben so lange stehen, wie sie angeknabbert werden: „Mindestens aber vier bis sechs Wochen.“

Warnschilder weisen auf die Köderboxen hin.

Eine Stadt ohne Ratten gibt es nicht: „Es handelt sich um Wanderratten, die schon immer Bestandteil der menschlichen Siedlungen waren und den Menschen auf der Suche nach Nahrungsquellen und Lebensräumen folgen.“ Die Stadt Dortmund in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel schätzt ganz offiziell, dass auf jeden Einwohner mindestens eine Ratte kommt. Von solchen Faustregeln hält Katrin Zettler nichts: „Das ist unseriös .“

Dorita Plange

 

So schützen Sie sich und andere vor Rattenbefall

Übermäßiger Rattenbefall ist (auch) ein von Menschen gemachtes Problem. Vier einfache Tipps, wie man Ratten fernhält:

- Schon kleine Kinder sollten lernen, dass man Lebensmittel bzw. deren Reste (Eistüten, angeknabberte Äpfel oder Brezn, Pausenbrotkrümel, Dönertüten, etc.) nicht auf den Boden wirft, sondern in den Mülleimer.

- Das Taubenfütterungsverbot ist sehr sinnvoll. Denn wer hände­weise Getreidekörner großflächig auf Straßen und in Grünanlagen streut, füttert damit zwangsläufig auch Ratten.

- Speziell in Altbauten sollten Haubesitzer undichte Kellerfenster und Rohrleitungen instandsetzen. Löcher im Mauerwerk sind ideale Nist- und Schlupflöcher für Ratten.

- Entsorgen Sie niemals Speisereste in der Toilette. Damit mästet man nur die Ratten in der Kanalisation.

auch interessant

Meistgelesen

Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich
Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt

Kommentare