In Forstenried überfallen und gefesselt

Räuber halten Frau fünf Stunden gefangen

München - Eine Frau ist in Forstenried von maskierten Tätern zu Hause überfallen und gefesselt worden. Sie wurde mit einer Schusswaffe bedroht, die Täter sind flüchtig.

Ganz allein fünf Stunden lang in der Gewalt skrupelloser Räuber, mitten in der Siedlung und doch ohne jede Aussicht auf Hilfe – die schlimmste Nacht ihres Lebens durchlitt eine 62-Jährige Frau in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Forstenried.

Für ihre verreiste Schwester (57) und deren Mann (60), ein Münchner Immobilienmakler, schaute die 62-Jährige an diesem Abend im Haus in der Grabmannstraße nach dem Rechten. Zum Lüften hatte sie im Dachgeschoss und im ersten Stock alle Fenster geöffnet. Um 22 Uhr war ihr Rundgang beendet. Sie ging hinauf und schloss die Dachfenster. Als sie die Treppe wieder hinunterkam – der Schock: Zwei schwarz vermummte Figuren mit Sturmhauben verstellten ihr den Weg.

Offenbar über den Balkon im ersten Stock waren sie lautlos ins Haus eingedrungen. Einer war bewaffnet, richtete sofort drohend die Pistole auf sie. Zum Schreien, Fliehen oder einer Gegenwehr war es zu spät. Unsanft wurde die in Todesangst zitternde Frau ins Schlafzimmer gedrängt, gefesselt und aufs Bett gestoßen. Dort musste sie liegen bleiben – ständig bewacht von einem der Täter, der sie keine Sekunde aus den Augen ließ. Ob das ein Mann oder eine Frau war, konnte die 62-Jährige hinterher nicht mehr sagen.

Fünf geschlagene Stunden lang durchwühlte der andere Täter – ein Mann, der osteuropäischen Dialekt sprach – dann Zimmer für Zimmer. Jeden Schrank, jedes Fach, jede Schublade. Er schien sich dabei völlig sicher zu fühlen. Erst um 3 Uhr früh verließen die Räuber endlich das Haus – nicht ohne der Frau eingeschärft zu haben, sich eine weitere Stunde nicht zu rühren. Irgendwie schaffte es die 62-Jährige, die Fesseln loszuwerden und über Notruf 110 die Polizei zu rufen.

Was alles verschwunden ist, ist noch unklar. Der Immobilienmakler und seine Frau wurden bereits verständigt. Die 62-Jährige steht noch unter dem schweren Schock. Und die Polizei (Kommissariat 21, Tel. 2910-0) bittet um Hinweise.

Täterbeschreibung:

Zwei unbekannte Personen (eine männlich, eine unbekannten Geschlechts), beide komplett schwarz gekleidet und mit Sturmhauben maskiert. Männlicher Täter sprach deutsch mit osteuropäischem Akzent und mit Schusswaffe bewaffnet.

Zeugenaufruf:

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 21, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © dpa

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