Fahndungscomputer vergisst nie

Familienbesuch endet mit langer Haftstrafe

München - Ein Mann aus Jugoslawien wollte in Deutschland ein Familientreffen besuchen. Am Münchner Hauptbahnhof holte ihn seine Vergangenheit ein. Nach 23 Jahren. Jetzt muss er lange ins Gefängnis.

23 Jahre nach einem längst geklärten Raubmord  sitzt einer der Täter - ein Serbe (41) -  nun ein zweites Mal in Haft. Er geriet am Hauptbahnhof in eine Kontrolle der Bundespolizei.

Im Jahr 1989 geschah in einer kleinen Gemeinde nahe Bamberg ein Überfall, aus dem bald ein Raubmord wurde. Das Opfer nämlich, ein 72-jähriger Rentner, war bei den Misshandlungen so schwer verletzt worden, dass er zwei Wochen später im Krankenhaus starb. An dem Überfall war auch der Serbe beteiligt, dem zunächst die Flucht ins damalige Jugoslawien gelang. 1991 kam er nach Deutschland zurück, wurde erkannt und festgenommen und wegen Mordes vor Gericht gestellt. Bis 1997 saß er sechs von insgesamt gut neun Jahren  der Haftstrafe ab und wurde in seine Heimat abgeschoben. Zudem galt für ihn eine Einreisesperre. Die erklärte er nun eigenmächtig für beendet.

Am 3. Februar  reiste er für einen Verwandtenbesuch nach München. Am 6. Februar geriet er am Bahnhof in die Routinekontrolle. Er habe gedacht, die Einreisesperre gegen ihn gelte schon längst nicht mehr, gab er zu Protokoll. Doch der Fahndungscomputer vergisst nun mal nichts. Am 14. Februar wollte er wieder heimfahren. Doch daraus wird nichts: Wegen des Auflagenverstoßes muss der Serbe nun seine Reststrafe von fast dreieinhalb Jahren (1250 Tagen) absitzen.

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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