Raubüberfall: Kripo fahndet nach Gemälden

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München - Auf brutale Weise haben Kriminelle hilflose Rentner überfallen und ausgeraubt – mindestens drei Täter sollen Münchner sein. Nun fahnden die Beamten nach gestohlenen Gemälden. Sie sollen beweisen, dass die insgesamt fünf Verhafteten für die Überfälle verantwortlich sind.

Die Kriminalpolizei sieht bei mindestens zwei Fällen in Augsburg einen Zusammenhang mit der Bande. Der jüngste Fall ereignete sich am 17. Januar im Stadtteil Spickel: Laut Polizeiangaben rissen vier maskierte Einbrecher ein Rentnerehepaar – beide über 80 Jahre alt – in ihrem Einfamilienhaus aus dem Schlaf, fesselten sie und forderten den Schlüssel für den Haus-Safe. Weil der Ehemann angab, den Schlüssel anderweitig zu verwahren, brachen die Täter den Safe aus der Verankerung und transportierten ihn samt Bargeld und Schmuck im Wert von rund 75 000 Euro ab. Erst nach zwei Stunden in panischer Angst konnte sich das Ehepaar befreien und rief die Polizei.

Tagsdrauf nahmen Polizisten die drei Münchner und einen Augsburger im Alter zwischen 20 und 24 Jahren sowie eine 31-jährige Münchnerin fest. Alle sind bereits verschiedentlich polizeibekannt. Wie kam man auf ihre Spur? Eine Woche vor dem Überfall sollen sie als falsche Stadtwerke-Mitarbeiter beziehungsweise Wasserwerker in betrügerischer Absicht im Wohngebiet der Opfer aktiv gewesen sein – wohl um zu stehlen und Anwesen auszuspähen. Nun sitzen die vier Männer in Haft, ebenso ein weiterer Tatverdächtiger (33) aus Augsburg, die Frau ist seit ihrer Aussage wieder auf freiem Fuß.

Nach Ansicht der Ermittler ist die Bande auch für den Überfall auf einen 88-Jährigen im Augsburger Stadtteil Herrenbach verantwortlich. Zwei Maskierte waren am 17. November 2010 in das Anwesen des alleinstehenden, gehbehinderten Mannes eingebrochen. Sie bedrohten ihn mit einem Brecheisen und einer angeblichen Bombe, fesselten ihn und forderten Geld. Schließlich raubten sie Bargeld, eine EC-Karte, diverse Schmuckstücke und fünf Gemälde aus einer Ahnengalerie. Zur EC-Karte erpressten sie noch die Pin-Nummer. Die Täter flüchteten in einem weißen Kastenwagen und hoben an einem Geldautomaten in Dasing (Landkreis Aichach-Friedberg) noch 1000 Euro mit der EC-Karte ab.

Auch im Vorfeld dieser Tat gibt es Parallelen zu dem Fall in Spickel. Anwohner hatten Personen beobachtet, die sich als Handwerker oder Stadtwerke-Mitarbeiter ausgaben. Nun braucht die Kripo Beweise dafür, dass es sich um dieselben Täter handelt. Die gestohlenen Gemälde sollen bei der Klärung des Falls helfen – für wichtige Hinweise an die Polizei (Telefon 08 21/ 323-38 10) ist eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt.

Sven Rieber und Corinna Ehrhard

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