Rauchverbot: 88 Münchner Kneipen ­bestraft

München - Seit drei Monaten herrscht in den Münchner Gaststätten ein anderes Klima. Die Rauchschwaden haben sich verzogen und der reinen Luft Platz gemacht. Doch noch gibt es Ärger.

In München sind fast nur noch Spielhallen im Visier des Kreisverwaltungsreferats (KVR). Das Gros hält sich an das strikte Rauchverbot – vielleicht auch, weil bei Verstößen bis zu 1000 Euro Bußgeld drohen. Im August wurden 61 Gaststätten bestraft, im Oktober waren es nur noch 16. Abgenommen haben auch die Beschwerden von Bürgern und Wirten. „Jeder weiß jetzt, dass nirgends geraucht werden darf“, sagt KVR-Sprecherin Daniela Schlegel. Doch nicht allen Bürgern scheint das klar zu sein. Michael Maresch zeigte sich selbst an, weil er in einer abgeschlossenen Gaststätte rauchte. „Ich habe Selbst­anzeige erstattet, weil ich Rechtssicherheit will“, sagt der Münchner.

Für das KVR ist der Fall klar: Der Wirt hat gegen das Gesetz verstoßen, weil das Abschließen der Kneipe nicht von dem Rauchverbot befreit.

Tanja Wolff

Kippen bleiben auf der Straße

Michael Maresch rauchte in einem Lokal und zeigte sich dann selbst an.

Das Rauchverbot zwingt die Raucher auf die Straße. Doch wo entsorgt man die Kippen? Die Folge: Vor den Eingängen zu U-Bahnhöfen, an Bushaltestellen und in der Fußgängerzone bilden sich teilweise kleine Berge von Zigarettenstummeln. Doch: Die Stadt und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wollen daran nichts ändern – München bleibt eine Stadt ohne öffentliche Aschenbecher. „Wir lehnen das Anbringen von Aschern ab, weil das die Fahrgäste – und zwar alle, nicht nur die Raucher unter unseren Kunden – viel kosten, aber kaum etwas bringen würde“, sagt MVG-Sprecherin Bettina Hess.

Aschenbecher an U-Bahnabgängen oder Bushaltestellen würden kaum genutzt. Festgestellt wurde dies vor einigen Jahren bei einem Feldversuch des Baureferats in der Fußgängerzone. Dabei stellte die Behörde Mülleimer mit integrierten Aschern auf – doch benutzt wurden sie nicht. „Nur wenn sich die Reinigungssi­tuation deutlich verbessert hätte, hätten wir die Aschenbecher gekauft“, erklärt Jürgen Marek, Sprecher des Baureferats.

Die Deutsche Bahn hat allerdings andere Erfahrungen gemacht: Am Hauptbahnhof haben sich die Aschenbecher an den Eingängen und in den Raucherzonen an den Gleisen rentiert. Ein Großteil der Raucher drückt hier seine Zigaretten aus. „Natürlich liegt auch mal eine Kippe auf dem Boden, aber das Gesamtbild hat sich verbessert, und außerdem ist der Reinigungsaufwand geringer“, bestätigt eine DB-Sprecherin.

Taf

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