Minister sprechen mit Stadtführung und Festwirten

Rauchverbot: Geheimtreffen wegen der Wiesn

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Hinweis auf ein Rauchverbot in einer Kneipe

Seit der Watschn durch die Wähler jagt eine CSU-Geheimbesprechung die nächste. Die knifflige Frage: Wie besänftigt man den rauchenden Wähler – ohne Gesichtsverlust. Donnerstag ist die Wiesn dran – bei einer Runde im Gesundheitsministerium.

Wirte-Sprecher Toni Roiderer lächelt viel. Gute Laune gehört halt zum Geschäft. Derzeit hat der Straßlacher aber eher ein breites Grinsen im Gesicht. Vor zwei Monaten hatten er und seine Kollegen prognostiziert, dass die CSU wegen des „strikten Rauchverbots noch rotieren“ werde. Volltreffer!Um 15.30 Uhr geht’s los: Gesundheitsminister Otmar Bernhard und Innenminister Joachim Herrmann sitzen dann auf der einen Seite – OB Christian Ude, KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle, Wirtschaftsreferent Reinhard Wieczorek sowie Vertreter der Wiesn-Wirte auf der anderen. Die Lage für die CSU-Herren ist klar: Die Landtagswahlen finden zur Wiesn-Halbzeit statt. Da könnte eine Diskussion über das Rauchverbot auf der Wiesn Gift sein.

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Gesundheitsminister Otmar Bernhard würde daher gerne die Wirte dazu bringen, „Rauchbereiche im Freien“ anzubieten wie auch die Toiletten. Die Rede ist auch von neuen Zelt-Balkonen, auf die man die Paffer schicken könnte. Fragen des Brandschutzes beantwortet Bernhard so: „Es gibt neue, schwer entflammbare Materalien.“ Alte Pläne – von denen manche Experten wenig halten. Beispiel Toiletten: Jeder, der die Wiesn kennt, weiß: Platz ist auf dem Gelände so rar wie Faßbier in der Sahara. Die Platz-Belegung auf dem Festgelände ist bis auf den letzten Zentimeter verplant. So betonte KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle auch gegenüber der tz: „Wir können jetzt nicht noch schnell die Toiletten nach draußen verlegen.“ Jahrelang kämpften die Wirte zudem für Markisen in den Biergärten – vergebens. Nun sollten plötzlich Balkone überall möglich sein? Blume-Beyerle: „Wir sind die Veranstalter des Oktoberfestes.“ Heißt: Bauliche Veränderungen muss die Stadt absegnen. Klingt nach einem heißen Gespräch. Der KVR-Chef macht keinen Hehl aus seiner Meinung: „Das Rauchverbot ist heuer auf der Wiesn nicht durchsetzbar!“Kippt jetzt das Qualmgesetz? „Das Oktoberfest muss dringend aus dem Verbot rausfallen“, fordert auch Wirte-Sprecher Toni Roiderer. „Schon alleine wegen der Sicherheit.“ Damit geht Roiderer aber an den Kern des Gesetzes. Über den unterhielten sich gestern Abend Ministerpräsident Günther Beckstein, Gesundheitsminister Otmar Bernhard und Fraktionschef Georg Schmid in einer weiteren Geheimrunde (siehe Seite 2). Dort soll über die weitere Marschroute in Sachen Nichtrauchergesetz beraten werden. Für eine Gesetzesänderung wäre aber die Landtagsfraktion der CSU zuständig. Die tagt nächste Woche – wieder im Geheimen. Aber es gibt noch ein Dilemma für die CSU. Die Nichtraucherschutzverbände machen schon deutlich: Kippt das Gesetz, rufen sie eine Kampagne gegen die CSU aus. „Die hören dann auf eine ganz kleine Gruppe von Betroffenen und regeln etwas zu Ungunsten der Mehrheit“, schimpft Günther Krause von der Nichtraucherinitiative München. In der Haut der Schwarzen möchte wohl momentan keiner stecken…

A. Geier/ J. Welte

Alarm: Rauchverbot wieder weg?

Quelle: tz

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