Razzia in der Großmarkthalle

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Feldbrach belieferte am Donnerstag erst spät – der Betrieb in der Großmarkthalle stand still

München - In der Nacht zum Donnerstag rollten in der Großmarkthalle auch Polizei, Zoll und Steuerfahndung zur Razzia an! Mehr als 100 Beamte durchsuchten nach tz-Informationen die Räume von Früchte Feldbrach.

„Wir ermitteln wegen Vorenthaltung und Veruntreuung von Arbeitsentgelt“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Der Vorwurf: Die Firma soll seit 2007 systematisch Sozialabgaben nicht gezahlt und damit auch Steuern hinterzogen haben. Neben den Firmenräumen wurden parallel offenbar auch mehrere private Wohnungen durchsucht. Die Ermittler filzten dabei die Unterlagen von 43 Mitarbeitern der Früchte-Firma. Offiziell sind diese zwar als Sub-Unternehmer beschäftigt – tatsächlich soll es sich aber um Scheinselbständige mit eben nur einem Auftraggeber handeln, die in den Bereichen Transport, Lager und Verwaltung beschäftigt sind.

Nach tz-Informationen sollen so in den vergangenen fünf Jahren mindestens eine halbe Million Euro am Fiskus vorbeigeschleust worden sein.

Früchte Feldbrach ist sich aber keiner Schuld bewusst. Geschäftsführer Christian Kieslinger (46): „Wir waren sehr überrascht über die Durchsuchung. Wir hatten in der Vergangenheit nie Probleme.“ Viele Abnehmer – darunter sind laut Homepage der Bayerische Hof, Rewe und Krankenhäuser – konnten am Donnerstag erst sehr spät beliefert werden. „Aber jetzt läuft der Betrieb wieder normal“, sagt Kieslinger.

Die Razzia dauerte mehr als sechs Stunden. Bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, vergehen vermutlich noch mehrere Monate.

Sebastian Arbinger

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