So reagiert die SPD auf den grünen Aufschwung

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Alexander Reissl auf der SPD-Seite im Rathaus-Sitzungssaal. Die Grünen sitzen in der Mitte.

München - Genau an diesem Montag vor drei Jahren wurde der Stadtrat vereidigt, drei Jahre Amtszeit liegen bis zur Wahl 2014 noch vor den Fraktionen. Die SPD präsentierte eine stolze Halbzeitbilanz.

Der grüne Bündnispartner kam darin nur sehr am Rande vor. Fraktionschef Alexander Reissl hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass er nur für das Gewicht der Sozialdemokratie im Bündnis zuständig ist. Das gilt umso mehr in einer Zeit, in der die grüne Partei bundesweit in ungeahntem Maße erstarkt. Reissl sieht eine Neuordnung der deutschen Parteienlandschaft auch auf München zukommen: „Drei Lager – rot, schwarz und grün.“

Die FDP als Mehrheitsbeschaffer werde wegfallen. „Da muss jeder schauen, wo er bleibt, übrigens auch die CSU.“ Die Grünen in Baden-Württemberg hätten ihre Zugewinne nicht nur von der SPD geholt: „Die ist dort schon länger eher rachitisch.“ Der Chef der Rathaus-SPD spricht sich durchaus für eine Weiterführung des über 20 Jahre währenden Münchner Bündnisses aus, „aber nicht mit der SPD als Juniorpartner“. Das gelte es schon im Wahlkampf zu vermeiden, warnt er als einer von drei potenziellen OB-Kandidaten. „Wer Rot-Grün träumt“, das habe der SPD-Wahlkampf im Nachbarland gezeigt, „öffnet Grün-Rot die Tür“.

Jeder müsse für sich kämpfen: „Das ist eine sportliche Herausforderung.“ Reissl hält es nicht für ausgeschlossen, dass ein grüner OB-Kandidat in die Stichwahl kommt. Die Marschrichtung von Reissl und seinen Stellvertretern Helmut Schmid, Claudia Tausend und Hans-Dieter Kaplan sieht deshalb so aus: zusammen mit den Grünen weiter „konstruktiv“ den Koalitionsvertrag abarbeiten, aber die eigenen Verdienste selbstbewusst betonen. Helmut Schmid fragt sich, „ob die Grünen langfristig gut davon leben, dass sie Themen übernehmen, die die SPD schon vor langer Zeit aufgebracht hat wie z.B. die Tram.“ Ratlos und gespannt sieht die SPD-Rathausriege dem Parteitag am Samstag entgegen: Warum Vize Roland Fischer gegen Parteichef Hans-Ulrich Pfaffmann antreten will, „versteht hier keiner“, so Reissl.

BW

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