Klinikum rechts der Isar

Organspende-Skandal weitet sich aus

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Klinikum rechts der Isar

München - Der Organspende-Skandal am Münchner Klinikum Rechts der Isar weitet sich nach Medienberichten immer stärker aus. Nach Informationen der Tageszeitung „taz“ gibt es weitere Hinweise auf manipulierte Organtransplantationen.

Nach „taz“-Informationen rückten zwei Patienten aufgrund von vermeintlichen Dialyseergebnisse auf der Warteliste nach oben und hatten eine Spenderleber bekommen. Dialyse-Protokolle gebe es nicht, die Untersuchungen seien auch nicht bei der Krankenkasse abgerechnet worden. „Wir haben keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Dialysen stattgefunden haben und müssen derzeit mit allem rechnen“, zitiert die „taz“ in ihrer Online-Ausgabe aus Mitarbeiterkreisen.

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete über zwei Fälle, in denen Krebspatienten trotz Metastasen eine neue Leber bekommen hätten. Das verstoße gegen die Transplantationsrichtlinien und sei mit der Stiftung Eurotransplant nicht abgesprochen gewesen. „Allein die Transplantationszentren sind für die Entscheidung über die Aufnahme auf eine der Wartelisten verantwortlich“, zitierte das Blatt den medizinischen Direktor von Eurotransplant, Axel Rahmel.

Die Staatsanwaltschaft Münchenwollte sich am Donnerstag nicht zu möglichen neuen Verdachtsfällen äußern. „Wir haben derzeit einen Prüfvorgang“, sagte ein Sprecher. Die Unterlagen, die die Klinik zur Verfügung gestellt hätten, seien sehr umfangreich. „Etwas Zeit werden wir da schon noch brauchen.“

Die Klinik hatte zunächst bestritten, dass Organspende-Daten gefälscht wurden, jetzt geht sie selbst davon aus und hat darum die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. „Wir müssen davon ausgehen, dass in einem Fall manipulierte Laborwerte zu einer Transplantation geführt haben“, teilte der Ärztliche Direktor Reiner Gradinger Anfang der Woche mit. Ursprünglich hatte die Klinik lediglich erklärt, in neun Fällen würden „Auffälligkeiten“ untersucht. Auch das bayerische Wissenschaftsministerium hatte am Donnerstag zunächst keine weiteren Informationen über neue oder erhärtete Verdachtsfälle, wie ein Sprecher sagte.

dpa

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