Nazis verteilen Flugblätter an Schulen

München - Die rechtsextremen Rattenfänger sind wieder unterwegs: Am Dienstag, dem ersten Schultag, hat eine NPD-nahe Organisation Flugblätter an Münchner Schulen verteilt.

 Unter den Verteilern war nach Erkenntnissen der Polizei und der Stadt auch der Neonazi Martin Wiese, der wegen eines geplanten Bomben-Attentats auf die Grundsteinlegung der Synagoge von 2003 zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war.

Die Polizei und OB Christian Ude warnen vor den Flugblättern! „Das ist ein unerträglicher Versuch, den Schulfrieden zu stören“, sagt Ude. Ein stellvertretender Schulleiter hat sich an den Stadtrat der Freien Wähler, Johann Altmann, gewandt: An seiner Schule seien drei Männer aufgetreten, die Flugblätter auch auf dem Schulgelände – Pausenhöfen und Lehrerparkplätzen – verteilt hätten, berichtet der Stadtrat. „Da dies wohl zeitgleich im gesamten Stadtgebiet geschah, ist anzunehmen, dass hier ein regelrechtes Rollkommando unterwegs war.“

Die meistgesuchten Nazi-Verbrecher

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Verantwortlich für das Flugblatt zeichnet die „Bürgerinitiative Ausländerstopp“, laut Stadt eine Tarnorganisation der NPD, und deren rechtsextremer Stadtrat Karl Richter . Laut der Organisation wurden 2.700 Zettel an 20 Gymnasien und Realschulen verteilt. Die Polizei wertet den Inhalt so: „In erster Linie fordert das Flugblatt auf perfide Art und Weise dazu auf, „anti-deutsche“ Gewalt, vor allem an Schulen, per E-Mail zu melden.“

Nach einer Prüfung der Staatsanwaltschaft und des Kreisverwaltungsreferats hätten sich keine strafrechtlichen Ansatzpunkte ergeben. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen und sucht Zeugen. Insbesondere warnen Polizei und Stadt davor, den Rechtsextremisten persönliche Daten oder die eigene E-Mail-Adresse zur Verfügung zu stellen. „Ich appelliere an alle Schüler und Eltern, nicht auf dieses durchsichtige Manöver hereinzufallen“, sagt der OB. Wer Gewalt in der Schule bemerke, solle sich vertrauensvoll an die Schulleitung wenden. „Jede Gewalt gehört unterbunden – unabhängig von der Nationalität von Opfern und Tätern.“

 

dac.

Zeugenaufruf: Wer verdächtige Wahrnehmungen gemacht hat oder sachdienliche Hinweise zu diesem Fall geben können, werden gebeten, sich mit dem Kommissariat 44, Tel. 089/2910-0, oder jede andere Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Rubriklistenbild: © dpa

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