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Münchner Olympiapark

Red-Bull-Arena droht das Aus

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München - Alles schien ganz klar: Red Bull baut eine Arena für seine Eishockey-Mannschaft im Olympiapark, der Stadt entstehen keine Kosten – und die Bayern-Basketballer ziehen als Mieter ein. Doch jetzt gibt es auf einmal viele Fragezeichen.

Kurz vor Weihnachten waren Politik und Sportfunktionäre in seliger Stimmung vereint. Im Dezember 2014 beschloss der Stadtrat, dass er für die Eishockey- und Basketball-Arena im Olympiapark sei. Von einem „wichtigen Signal“ war die Rede, von einer „Weichsenstellung“, die Zukunft des Eissports in München sei gesichert. Dass noch ein Bewerbungsverfahren anstand – geschenkt. Red Bull schien sowieso der einzige denkbare Interessent. Und die Verhandlungen zwischen Stadt, Red Bull und FC Bayern stellten sich offensichtlich auch alle Seiten einfach vor.

Verhandlungen sind ins Stocken geraten

Zu einfach, wie sich jetzt zeigt. Denn plötzlich ist alles andere als sicher, ob, wann und unter welchen Bedingungen die 10 000-Mann-Halle gebaut werden kann. Nach Informationen des Münchner Merkur sind die Verhandlungen ins Stocken geraten. Offenbar schwebte Red Bull ein Mietvertrag über 50 Jahre vor, was den Bayern-Basketballern viel zu lange ist. Ein anderer Streitpunkt soll die Frage sein, wer im Alltag wann in die Halle dürfte. In der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) liegen die Regelspieltage zwischen Freitag und Sonntag. Der Freitag ist aber auch ein Kernspieltag der Basketball-Europaleague, den Sonntag brauchen die Bayern für die Bundesliga.

Probleme scheinen da vorgezeichnet. Red Bull soll bei der Stadt schon konkret geworden sein, dass man ohne Basketballer eine andere Konstruktion brauche. Die Stadt könnte dann nicht mehr nur Mieter sein – für den Breiten- und Schulsport –, sondern auch als Mit-Betreiber einsteigen. Diese Idee aber wirft neue Fragen auf: Gerade ist ein Interessensbekundungsverfahren zu Ende gegangen, an dessen Ende wie erwartet nur Red Bull überblieb. Das Verfahren lief aber unter der Voraussetzung, dass ein Investor den Betrieb später auch alleine verantworten sollte. Juristisch wäre es möglicherweise angreifbar, wenn nun die Stadt einsteigt. Wenn sie denn überhaupt will. Die politischen Mehrheiten im Rathaus wurden schließlich unter der Voraussetzung geschmiedet, dass das Risiko für den Steuerzahler überschaubar bleibt. Angeblich lässt die Stadt schon Alternativen prüfen – was es für den Breitensport kosten würde, an anderen Standorten die Flächen zu betreiben, etwa im Eissport-Zentrum West in Laim. 

Offiziell bestätigen will all das zu diesem Zeitpunkt noch keiner, schließlich laufen die Verhandlungen noch. Sport-Bürgermeisterin Christine Strobl, SPD, sagt immerhin ein vielsagendes Wort. Ob sie bestätigen kann, dass sich die Verhandlungen mit Red Bull und dem FC Bayern verzögern? „Ja“, sagt Strobl.

Der FC Bayern geht auf Distanz - Werden sich Stadt und Red Bull einig?

Der FC Bayern selbst ist inzwischen auch in den offiziellen Äußerungen merklich auf Distanz zum Hallenprojekt gegangen. „Der Ball liegt ganz klar bei Red Bull“, sagt Klub-Vize Rudolf Schels, der sich gemeinsam mit Präsident Karl Hopfner des Projekts angenommen hat. „Wenn sie sich mit der Stadt einig werden, dann können wir uns zusammensetzen und sehen, ob wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen.“ Nur: Ob sich Stadt und Red Bull einigen, ist eben offenbar abhängig davon, ob die Stadt auch als Betreiber einsteigt. Schels betont aber: „Wir haben keine Not.“ Unabhängig von einem Neubau plane Bayern auch weiterhin mit dem Audi Dome. Das ist der Bayern-Trumpf in den Verhandlungen. 

Die ehemalige Rudi-Sedlmayer-Halle, in der die Profis heute spielen, sollte fürs Training ohnehin weiter erhalten bleiben. Und in der Stadtverwaltung hält man es für denkbar, dass die 6700-Zuschauer-Halle auch für den Profibetrieb dauerhaft genehmigt werden könnte. Ob die Bayern nur pokern, wird sich bald zeigen. Im nächsten halben Jahr, heißt es, soll eine Entscheidung fallen. Das alte Radstadion ist schon fast abgerissen. Dort entstehen zunächst andere Bauten: Leichtbauhallen, in denen Flüchtlinge überwintern

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