RED BULL CRASHED ICE

Ohne Angst und ohne Druck

+
Flugshow auf Schlittschuhen: Martin Niefnecker (2.v.r.) bei dem Rennen der Red Bull Crashed Ice-Serie in Quebec im November 2015.

Nach dem Triumph 2010 will Martin Niefnecker zurück an die Weltspitze, obwohl er weniger Zeit fürs Training hat.

„Angst ist in diesem Sport fehl am Platz.“ Martin Niefnecker muss es wissen. Seit fünf Jahren braust der Garmisch-Partenkirchner mit bis zu 70 Stundenkilometern auf Schlittschuhen die Strecken der Red Bull Crashed Ice-Serie herunter. Erster Weltmeister dieser Sportart darf sich der 25-Jährige nennen. 2010 krönte sich Niefnecker mit einem Sieg bei seinem Heimrennen in München und dem zweiten Platz in Quebec City (Kanada). An gleicher Stätte beginnt heute die neue Saison. Niefnecker will nach durchwachsenen Ergebnissen der vergangenen Jahre wieder in die Weltspitze zurück. Vor allem, weil die Serie – neben Kanada, Finnland und den USA – erstmals seit 2011 wieder Halt in München macht. Seither hat sich viel verändert. 2010, bei der ersten Auflage, hatten viele Zweifel, ob sich der neue Extremsport durchsetzen kann. Ja, kann er. Auch dank Niefneckers halsbrecherischer Auftritte. 

Seit seinem Triumph gewann der Sport enorm an Popularität

Das Starterfeld – und damit auch die Konkurrenz – wuchsen stetig. Mit ein Grund, warum Niefnecker zuletzt nicht mehr ganz vorne mitfuhr. Auch, wenn er immer noch zur erweiterten Weltspitze gehört. Um im Top- Feld mitzumischen, braucht’s mehr als Leidenschaft, Siegeswillen und eine kleine Portion Verrücktheit – Attribute die Niefnecker ohne Zweifel mitbringt. Nämlich: Zeit. Davon hat der Garmisch-Partenkirchner, der für eine Kunststoff- Firma in Glarus (Schweiz) arbeitet, nicht gerade viel. „Irgendwann muss man es realistisch sehen, dass andere mehr Zeit investieren können und den Sport auch professionell betreiben. Das ist aber kein Grund, mich schon im Vorfeld geschlagen zu geben.“ Der Werdenfelser gibt sich kampfeslustig: „Ich werde trotzdem schauen, dass ich in jedem Rennen alles aus mir raushole.“ Dafür hat er sich ausgiebig vorbereitet. „Im Sommer bin ich viel Rad gefahren, im Winter halte ich mich mit Eishockeyspielen und Skifahren fit“, erklärt er. Außerdem „waren wir in der Schweiz ein paar Mal in einem Indoor-Bike- Park, in dem wir mit Inlinern gefahren sind.“ Hohe und weite Sprünge inklusive. Die kommen heute wieder auf Niefnecker zu. Denn die Organisatoren feilen jedes Jahr an den spektakulären Strecken. Am Olympiaberg in München wird beispielsweise ein Satz über 20 Meter in den 370 Meter langen Kurs integriert. Der weiteste Sprung, der jemals konstruiert wurde. „Mir taugt so etwas ganz gut.“

Bei diesem Rennen setzt Niefnecker auch auf Unterstützung aus der Heimat

„Mich würde es freuen, wenn sich ganz Garmisch- Partenkirchen in München versammelt.“ Vorgenommen hat er sich einiges, auch wenn Prognosen im Vorfeld schwerfallen. „Das Viertelfinale strebe ich auf jeden Fall an.“ Bevor es am 8./9. Januar in München zur Sache geht, steigt heute die Saisoneröffnung in Quebec City. Mit dieser Stadt verbindet Niefnecker einige Erfolgserlebnisse. „Ich freue mich schon wieder, da rüber zu kommen. Die Stadt ist irgendwie ein gutes Omen für mich“, meint er. Die Ränge zwei, fünf, acht, neun und 16 belegte er dort in den Vorjahren. Einen unerfreulicher Vorfall erlebte er jedoch auch: 2013 verletzte er sich während des Rennen – seine erste und einzige Blessur in der ruppigen Sportart. „Da habe ich mir das Sprunggelenk gebrochen.“ In seinem Kopf sei der Unfall aber nicht mehr. „Er ist ja auch schon fast zwei Jahre her.“ Keine Spur von Unsicherheit beim Werdenfelser. „Ein bisschen gesunder Respekt ist da, aber mit Angst wird man beim Crashed Ice nicht weit kommen.“

Red Bull Crashed Ice in München: Themenseite und die wichtigsten Fakten

Alle Infos zum Event in München finden Sie auf unserer Themenseite zu Red Bull Crashed Ice. Wir haben bereits die wichtigsten Fakten zu Red Bull Crashed Ice in München zusammengestellt.

Von Sebastian Saller

Das könnte Sie auch interessieren:

Starker Niefnecker rast zum Auftakt auf Rang elf

Crash-Piloten heiß auf den Oly-Park

"Mich hat diese Sportart vom ersten Tag an nicht mehr losgelassen"

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Verspätungen auf der Stammstrecke - aus zwei Gründen
Verspätungen auf der Stammstrecke - aus zwei Gründen
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Sechs Orte in München, an denen wir uns aufwärmen
Sechs Orte in München, an denen wir uns aufwärmen

Kommentare