In der Regenfalle: Woher kommt so viel Wasser?

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Ohne Regenschirm hat sich am Donnerstagmorgen niemand vor die Tür getraut.

München - Wer wäre bei diesem Sauwetter nicht am liebsten im Bett geblieben? Am Donnerstag schüttete es aus Kübeln. Die tz erklärt, woher so viel Wasser kommen kann.

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73 Millimeter in drei Stunden. München war am Donnerstag in der Regenfalle! Es gingen schon in Finsing nur 47 Liter nieder, in Augsburg nur 8 Liter, in Nordbayern waren es teilweise nur zwei oder drei Liter. Niemand in ganz Deutschland hat es so nass erwischt wie uns. Und dann auch noch diese Mengen: Das was hier in 12 Stunden runter kam (92 Liter), ist über die Hälfte des Niederschlages, der für gewöhnlich im ganzen Monat Juni fällt (132,7 Liter). Da sprechen auch die DWD-Meteorologen einmal von einem „ungewöhnlichen Ereignis“.

Die Erklärung für diese Flut ist dennoch recht simpel. „Gewitter sind sehr lokal begrenzte Wetterphänomene“, sagt Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst. „München hatte einfach Pech.“ Denn am Donnerstagmorgen kam einfach alles zusammen: Nirgendwo sonst dauerte es so lange , bis die Kaltluftfront vom Nordost-Atlantik hier ankam. Das heißt, hier heizte sich der Boden mehr als zwei ganze Tage lang bei bis zu 30 Grad enorm auf. Die Luft sammelte immer mehr Feuchtigkeit an und kondensierte so lange, bis sich in der Luft riesige Wolkentürme bildeten. Wie so oft verstärkten die Alpen dabei wieder den Staueffekt. In München wuchs in der Nacht also eine hochexplosive Luftmischung heran.

Hochwasser in München - Chaos in den Pasing Arcaden

Hochwasser in München - Chaos in den Pasing Arcaden

Aber auch die Großwetterlage richtete sich gegen die Landeshauptstadt, denn die sogenannte Konvergenzlinie führte von Niedersachsen bis hinunter in die Landeshauptstadt. Dies ist ein meist linienartiger Bereich innerhalb einer Luftmasse, in dem die Luft aus verschiedenen Gebieten aufeinander zuströmt, also konvergiert.

Auch München lag genau auf der Frontlinie. „Die Gewitterzelle hatte ihr Zentrum wirklich genau über dem Münchner Stadtkern“, erklärt Meteorologe Jonas. „Wegen der schwachen Höhenwinde, hat sie sich nur sehr langsam verschoben – und hat sich an Ort und Stelle richtig ausgeregnet.“

nba

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